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Schulzentrum Nord: OB Griese reagiert auf Kritik der SPD-Fraktion

„Kostensteigerung wurde nicht vergessen“

Hameln. Die Kritik war deutlich: Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) würde sich – wie auch die schwarz-grüne Mehrheitsgruppe – hinter Ex-Rathauschefin Susanne Lippmann „verstecken“, statt eigene Verantwortung für das Schulzentrum Nord zu übernehmen – so hieß es am Mittwoch aus der SPD-Fraktion. Zudem solle Griese nicht die „Vergesslichkeit in der Spitze der Bauverwaltung“, die eine jährliche Kostensteigerung um fünf Prozent nicht berücksichtigte, „herunterspielen“. Der Rathauschef äußerte sich nun zu den Vorwürfen. Im Dewezet-Gespräch appellierte er „an alle Fraktionen, zur Sacharbeit zurückzukehren“. Schließlich gehe es auch um die Frage: „Wie hält man die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt aufrecht?“ Deutlich über 25 Millionen Euro könnte das Schulzentrum Nord – so die Warnung aus der Verwaltung – nach derzeitiger Planung kosten.

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite

„Politische Entscheidung der Verwaltungsspitze“

Sehr wohl, betonte Griese, habe die Rathaus-Abteilung „Zentrale Gebäudewirtschaft“ – wie vom OB in der Dienstagsausgabe der Dewezet geäußert – darauf gedrängt, die zu erwartende jährliche Kostensteigerung bei der Kalkulation für das Schulzentrum einzurechnen. Als jedoch 2013 die noch heute gültige Beschlussvorlage zum Großprojekt verfasst wurde, habe die dreiköpfige Verwaltungsspitze dies als „zu verwirrend“ abgelehnt. Zudem hätte es einen „erheblichen Aufwand“ bedeutet, diesen Wert „halbwegs verlässlich zu ermitteln“, gibt der heutige OB die damalige Argumentation wieder. Die Entscheidung lag damit laut Griese bei seiner Amtsvorgängerin Susanne Lippmann, Stadträtin Gaby Willamowius und dem – von der SPD zuletzt gescholtenen – Stadtbaurat Hermann Aden. „Es war eine politische Entscheidung der Verwaltungsspitze, keine Vergesslichkeit der Verwaltung“, fasst Griese zusammen.

„Vergessen“ worden seien ebenso wenig die Kosten für die Außenanlagen am neuen Schulzentrum. Allerdings habe hier erst der Ende November 2014 gekürte Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs neue, letztlich kostspieligere, Voraussetzungen geschaffen.

Griese räumt zudem ein, dass der Architektenwettbewerb – ebenfalls vor Beginn seiner Amtszeit – ohne Kostengrenze ausgeschrieben wurde. Hätten die Wettbewerbsteilnehmer jeweils die Kosten ihrer Entwürfe berechnet, so Griese, hätte dies allerdings auch jedem einzelnen der teilnehmenden Architekturbüros nach Honorarordnung vergütet werden müssen – ein teures Unterfangen. Die Kostenfrage sei trotzdem in die Entscheidung eingeflossen. So sei letztlich der wirtschaftlichste Entwurf gewählt worden.

Allerdings fiel dieses Votum der Jury im November 2014 knapp aus: Gleich auf dem zweiten Platz des Architektenwettbewerbs folgte ein Entwurf, dessen Realisierung, nach Schätzungen aus dem Rathaus, mehr als 30 Millionen Euro gekostet hätte.



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