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Konzertierte Sanierungsaktion für bessere Straßen

BAD MÜNDER. Eine konzertierte Aktion, um den Sanierungsstau ein wenig aufzulösen: Die Stadt hat nach Ausschreibung zwei Firmen mit der Sanierung von einzelnen Fahrbahnabschnitten im Stadtgebiet beauftragt. Zwei unterschiedliche Verfahren sollen dabei zur Anwendung kommen. Im September sollen die Maßnahmen beginnen.

Problemfall Bahnhofstraße: Seit Jahren zeigt sich die Fahrbahn in desolatem Zustand – bis Ende Oktober sollen Teilstücke saniert sein. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

125 Kilometer Straßennetz hat der städtische Fachbereich Bauen unter der Leitung von Uwe Hünefeld in seinem Zuständigkeitsbereich – und der Unterhaltungsbedarf ist nicht nur nach Wintern mit häufigen extremen Temperaturwechseln groß. Schlaglöcher und Straßenschäden zählen denn auch zu den Dauerthemen, wenn sich in Ortsräten Bürger mit Kritik zu Wort melden. Die finanzielle Lage der Stadt ermöglicht es eben nicht, alle Straßen in Bad Münder und den Ortsteilen auf einem Top-Niveau zu halten, zu lange war nur Geld für die Beseitigung wirklich dramatischer Schäden im Haushalt. In diesem Jahr ist der Topf zwar größer, aber auch nicht unbegrenzt: 360 000 Euro stehen zur Verfügung.

Um mit dem Geld die maximale Wirkung zu erzielen, hat die Stadt zwei große Pakete geschnürt – und in der Ausschreibung den beteiligten Firmen das Zeitfenster weit aufgemacht. „Soweit das möglich war“, sagt Hünefeld. Der Fachbereichsleiter weiß, dass Tiefbauunternehmen derzeit nicht über leere Auftragsbücher zu klagen haben und sich letztlich die zeitliche Flexibilität positiv auf das Ausschreibungsergebnis ausgewirkt hat.

Und auch in anderen Punkten hat die Stadt die Stellschrauben so gedreht, dass die Unternehmen knapper kalkulieren konnten. Dazu gehören auch Voruntersuchungen zum Untergrund.

Ein Problem, das in den vergangenen Jahren immer wieder auftauchte und teilweise zu Verzögerungen und Verteuerungen führte, waren Altlasten im Straßenuntergrund. Teer und Asbest, zur Bauzeit vieler münderscher Straßen gängige Baustoffe, sind bei entsprechender Konzentration nicht mehr als recycelbares Material zu behandeln, sondern müssen als spezieller Abfall entsorgt werden. Die Stadt lässt im Vorfeld der Arbeiten Proben ziehen, um das Risiko teurer Entsorgungen besser abschätzen zu können.

Zur Anwendung sollen für die Fahrbahnsanierung zwei unterschiedliche Verfahren kommen. Nach positiven Erfahrungen mit dem Dünnschichtverfahren im Kalteinbau (DSK) auf der Deisterallee im Abschnitt zwischen B 442 und Lug ins Land vor vier Jahren will die Stadt in einigen Bereichen auf diese Lösung setzen. Dazu haben Mitarbeiter nicht nur die Erfahrungen mit der eigenen Straße analysiert, sondern auch in diesem Verfahren sanierte Straßen in Nachbarkommunen analysiert. Das Ergebnis: Nicht die perfekte Lösung, aber im Verhältnis von investivem Aufwand und Ergebnis für viele Bereiche das Mittel der Wahl. Die vorhandene Fahrbahndecke wird nur etwa ein bis zwei Zentimeter abgefräst, dann ein speziell abgestimmter Belag aufgebracht. „Das Verfahren hat sich grundsätzlich bewährt“, sagt Hünefeld – dass nach einiger Zeit wie an einigen Stellen in der Deisterallee nachgebessert werden muss, ist dabei eingerechnet. „Die Stadt muss sehen, was möglich ist, um der Straßenunterhaltung gerecht zu werden. Und unsere Aufgabe im Fachamt ist es dann zu sehen, wie wir die Mittel möglichst effektiv einsetzen“, so Hünefeld.

Dort, wo das Dünnschichtverfahren im Kalteinbau nicht mehr in Frage kommt, weil die Tragschicht der Fahrbahn bereits Schaden genommen hat, wird sie in Teilstücken ersetzt. Rund zwölf Zentimeter tief wird die Fahrbahn dazu abgefräst und ersetzt. An der Langen Straße wurden auf diese Weise bereits die gröbsten Schäden behoben, nur noch kleinere Teilstücke müssen in Angriff genommen werden.

Die Erneuerung der Trag-Deckschicht ist für Abschnitte der Bahnhofstraße zwischen der Bundesstraße und der Zufahrt zur KGS vorgesehen, für einen Teil der Waldstraße und der Brinkfeldstraße in Bakede, für ein Teilstück der Böbberschen Straße in Nettelrede und einen Teil der Milliehäuser Straße in Eimbeckhausen. Ein Kurvenbereich der Osterstraße in der Kernstadt wird auf diese Weise saniert, außerdem ein Teil der Deisterstraße in Nienstedt. In einem anderen Teilstück dort soll aber auch das DSK-Verfahren zum Einsatz kommen – ebenso wie in der Kleinen Söhre in Eimbeckhausen, einem Teil des Hainbrinks in Nienstedt, einem Teil der Straße Am Bach in Eimbeckhausen und einem Kurvenbereich Am Deisterbahnhof.

Die Termine für die Arbeiten sind mit den ausführenden Firmen abgestimmt worden, erklärt Gerd Stracke von der Bauabteilung der Stadt. Im September soll begonnen werden, bis Ende Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.



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