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Heimische Musiker spielen für die Erhaltung der Vehlener Feldmark

Konzert kontra Klinikumsstandort

Vehlen. „Rock am Sumpf“: Unter diesem Motto hat am Wochenende ein Benefizkonzert „zur Erhaltung der Vehlener Feldmark“ stattgefunden. Rund 200 Zuhörer waren in die „Linde“ gekommen, um Musik der Gruppen „Little Jazz“, „Hand to Hand“, „Matthias Klisch“ und „Fischer, von Storch & Hartmann“ zu hören, das Tanzbein zu schwingen und für das Engagement des Vereins „Landschaftsschutz Schaumburg“ zu spenden.

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„Rock am Sumpf“? Davon war an diesem wunderschönen Abend in Vehlen kaum etwas zu sehen. Bestes Wetter ließ die Gesichter der Organisatoren um die Wette strahlen. Man sei sehr zufrieden, befand Gerhard Kirchner vom „Landschaftsschutz Schaumburg“. „Die Resonanz ist wirklich großartig.“ Einen Dank richtete der Veranstalter an die Musik-Gruppen, die auf ihre Gage verzichtet und so maßgeblich zum Gelingen des Benefizkonzerts beigetragen hätten. Ein rundum gelungenes Event konstatierten auch die Zuhörer, die rund um die „Linde“ das gute Wetter nutzten, um zu plauschen und dann im Innern der Musik zu lauschen. Zunächst „Hand to Hand“, bei denen sich Muskelkraft und filigrane Schlagtechnik zu einem mitreißenden afrikanischen Rhythmus vereinten. Später dann bei „Fischer, von Storch & Hartmann“, die frech-frivole Lieder von Hildegard Knef, Pe Werner und Stevie Wonder zu Gehör brachten. Christine Fischer mit einer Stimme zwischen Himmel und Hölle, der geniale Udo Hartmann am Kontrabass und – ebenfalls virtuos – Christoph von Storch an der Gitarre. Dieses Trio hat sich gesucht und gefunden. Kurz: ein gelungenes Zusammenspiel irgendwo zwischen Chanson, Jazz, Latin und Pop, mit ganz eigener Klangfarbe. Einen ebenso großen Auftritt legten dann „Little Jazz“ (Ragtime, Blues, Jazz) und Folkmusiker Matthias Klisch (mit Überraschungsgast) hin, denen es trotz der drangvollen Enge im Saal gelang, das Publikum zum Mittanzen zu animieren. Ob die Veranstaltung in Zukunft wiederholt wird, steht jetzt zwar noch nicht fest, der große Zuspruch sei indes ein Ansporn, ein ähnliches Event auf die Beine zu stellen, hieß es von Vereinsseite. Für die Zukunft geplant sind eine Fotoausstellung sowie Wanderungen und Fahrradtouren, „damit Landschaft direkt erlebt werden kann“.

Ein Ziel derartiger Veranstaltungen, so Gerhard Kirchner im Gespräch mit unserer Zeitung, sei es, mehr Achtsamkeit für die Landschaft einzufordern. „Heute Abend wollten wir Menschen zusammenbringen, die sich darüber austauschen, was für Sorgen und Nöte sie in Bezug auf die Landschaft haben, und wir wollen uns bei unseren Unterstützern bedanken.“ Das Problem mit dem geplanten Klinikneubau sei, „dass er nicht am Rande, sondern im Zentrum der Landschaft“ entstehen solle. Dadurch, so der Vorsitzende von „Landschaftsschutz Schaumburg“, werde ein einmaliger Raum zerstört.

Thomas Knickmeier ergänzt: „Man hat bei der Standortfindung Bad Nenndorf außen vor gelassen. Man hat sich nicht an den Mittelzentren orientiert.“ Der Klinikbau brächte massive Beeinträchtigungen mit sich, die nach seinem Gefühl nicht richtig sein könnten. „Deshalb“, so der Landschaftsschützer, „habe ich angefangen mich zu engagieren.“

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  • Das Publikum zollte den Akteuren viel Beifall.

Es gebe kein großes Projekt im Lande, das keine Kritiker habe, meint Kirchner und fügt hinzu: „Wer genau hinschaut, sieht, dass Wünsche nach Verbesserungen, berechtigt und notwendig sind.“ Vorhaben wie der Flughafenbau in Berlin seien so komplex geworden, dass Politiker sie kaum noch überschauen könnten. Hier, so Kirchner, sei der Bürger als Korrektiv gefordert. „Wir wollen, dass der Landkreis seiner Aufklärungspflicht nachkommt, etwa dazu, ob ein Bus-Shuttle-Service eingerichtet werden soll oder wie viele Abteilungen im Klinikum entstehen werden.“ Man sei als Klinikums-Gegner nicht gegen eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung, das werde oft missverstanden. Nach dem möglichen Bau des Klinikums will sich der Verein weiterhin für Freiräume für Tier und Mensch engagieren. „Es sind Entwicklungen im Gange, die wir kritisch begleiten werden“, prophezeit Kirchner.



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