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Rund 40 Prozent der jüngeren Autofahrer telefonieren immer noch mit dem Handy am Ohr

Konzentration ist der beste Unfallschutz

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Jeder zehnte Verkehrsunfall passiert, weil der Unglücksfahrer abgelenkt war. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Allianz Zentrums für Technik (AZT). Hauptunfallursachen sind dabei das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung, das Herumspielen an technischen Geräten und Streit mit dem Beifahrer.

Rund 40 Prozent der insbesondere jüngeren Autofahrer telefonieren immer noch mit dem Handy am Ohr. Tendenz: steigend! 30 Prozent lesen, 20 Prozent schreiben sogar SMS oder E-Mails beim Fahren. Jeder Zweite stellt das Ziel im Navigator auch während des Fahrens ein. Intensive Gespräche und Streit mit dem Beifahrer lenken 77 Prozent aller Befragten beim Fahren ab.

„Besonders junge Menschen lassen sich leicht ablenken,“ erklärt Dr. Christian Lauterwasser, Leiter des AZT. Männer lassen sich eher durch technische Geräte ablenken – wie Navi und Bedienung der Freisprechanlage. Frauen werden eher durch die Betreuung von mitfahrenden Kindern abgelenkt .

Dr. Lauterwasser und sein Team geben fünf Tipps gegen die Gefahr der Ablenkung, die jeder Autofahrer beherzigen sollte:

Reduzieren Sie Gerätebedienungen auf ein Minimum! Gefahr Nummer 1: Geräte jeder Art, vor allem die vielfältigen Kommunikations- und Unterhaltungstechnologien. Jede Handynutzung ohne Freisprechset ist europaweit verboten. Denken Sie aber auch bei jeder anderen Form von Gerätebedienung daran, dass Sie sich mit Ihrem Blick und Ihren Gedanken erheblich länger und auch plötzlicher als vermutet vom Verkehrsgeschehen abwenden.

Beide Hände fürs Auto! Greifen, Tasten, Gegenstände auspacken und festhalten erhöhen Ihr Unfallrisiko um ein Vielfaches. Sichern Sie auch kleine Gegenstände vor der Fahrt, damit sie nicht vom Sitz rutschen und halten Sie Dinge, die Sie zum Fahren benötigen, etwa die Sonnenbrille, in Griffnähe bereit. Viele Gegenstände wie Dienstunterlagen, Briefe, Zeitungen oder Einkäufe verleiten während der Fahrt zum Hervorholen.

Seien Sie mit Ihren Gedanken beim Fahren! Nicht nur Ihr Blick gehört auf den Straßenverkehr, auch Ihre Gedanken sollten beim Fahren sein. Die mentale Ablenkung durch Gespräche und andere Formen der Kommunikation wird häufig unterschätzt. Ob Telefon, SMS, Beifahrer oder Kinder: Jede Interaktion beschäftigt Sie gedanklich und emotional stärker als Ihnen bewusst ist. Steigen berufliche Aufgaben, familiäre Sorgen und privater Ärger mit in den Wagen, ist die Ablenkung vorprogrammiert. Deshalb sollten Sie mit dem Fahrtbeginn Ihre volle Aufmerksamkeit dem Verkehr widmen.

Ablenkung beginnt oft vor der Fahrt: Meiden Sie Zeitdruck! Viele riskante Nebentätigkeiten können Sie vor der Fahrt erledigen. Sehr viele Dinge dürfen sie aus rechtlicher Sicht ausschließlich bei stehendem Fahrzeug und ausgeschaltetem Motor beziehungsweis auf dem Parkplatz erledigen. Dazu gehören auch Essen, Trinken und Rauchen – Dinge, die sich verbunden mit einer Fahrpause erheblich stressfreier gestalten.

Lassen Sie sich von Assistenzsystemen helfen! Die Analysen von Schadenfällen im Allianz Zentrum für Technik zeigen, dass moderne Fahrerassistenzsysteme in der Lage sind, kurzzeitige Unaufmerksamkeiten des Fahrers in einer ganzen Reihe typischer Fahr- und Konfliktsituationen auszugleichen oder die Unfallfolgen abzumildern. Dies gilt beispielsweise für den Notbremsassistenten oder den Abstandswarner. Erkundigen Sie sich beim geplanten Autokauf über zusätzliche Sicherheitsfunktionen und deren Wirkung doch einmal genauer. (dpp/UM)



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