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Nach Äußerungen der Bundesvorsitzenden der Linkspartei kündigt Münderaner gemeinsame Liste auf

Kommunismus-Debatte: Wöllenstein steigt aus

Bad Münder (jhr). Nach den Kommunismus-Äußerungen der Linken-Bundesvorsitzenden Gesine Lötzsch hat Hubertus Wöllenstein gestern seine Zusammenarbeit mit der Linkspartei für die Kommunalwahl im September aufgekündigt. Wöllenstein hatte beabsichtigt, gemeinsam mit der Linken eine Liste für die Wahl des Stadtrates aufzustellen.


Für Wöllenstein lassen die Äußerungen Zweifel an der demokratischen Grundorientierung der Linkspartei aufkommen – schließlich sei es „nicht irgendein Depp, sondern die Bundesvorsitzende der Linkspartei“ gewesen, die sich geäußert habe. Lötzsch hatte in einem Zeitungsbeitrag geschrieben: „Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung.“

Das ist nicht meine Welt, da finde ich nicht meine politische Heimat. Das geht nicht“, distanziert sich Wöllenstein – noch am Wochenende informierte er den Kreisverband der Linkspartei um die Bundestagsabgeordnete Jutta Krellmann über seine Entscheidung, die Mitarbeit am gemeinsamen Projekt einzustellen. „Ich kann mich mit den Äußerungen der Bundesvorsitzenden nicht identifizieren. Auch, wenn Kommunalpolitik sicher nur wenig mit den Vorgängen auf Bundesebene zu tun hat, muss doch zumindest das Gefühl fürs Haus stimmen, unter dessen Dach man sich begibt“, erklärte er im NDZ-Gespräch. „Ich bin sicher alles andere als konservativ und eher links eingestellt, aber das ist eine andere Sache, die da jetzt gespielt wird“, sagt er und erinnert an eine Podiumsdiskussion am Rande der Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin am Wochenende, die ihn in seiner Entscheidung bestärkt habe: „Wenn Linkspartei und Deutsche Kommunistische Partei sich da befruchten mögen oder gegenseitig Honig saugen, dann können die das gerne machen – aber ich habe keine Lust, mich damit identifizieren zu müssen“. Er habe geglaubt, dass sich die Linkspartei von Gysi und Lafontaine in eine andere Richtung entwickeln werde. Für Wöllenstein steht fest: „Wenn das ein halbes Jahr früher gekommen wäre, hätte ich mich erst gar nicht mit den Linken verbrüdern müssen.“

Durch die bisherige gemeinsame Arbeit sei eine Basis für die Linkspartei in Bad Münder gelegt worden, von der die Partei bei der Wahl sicher profitieren werde.

Wie es nun mit ihm selbst politisch weitergehen werde, lässt Wöllenstein zunächst noch offen. „Mein Interesse, Kommunalpolitik zu machen, ist nach wie vor da. Aber ich werde jetzt nicht vorschnell entscheiden, was nun kommt.“



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