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Kirchenkreis führt zum 1. Januar 2008 verbindliche Jahresgespräche ein

Kommunikation und Konsens für mehr Zufriedenheit bei der Arbeit

Landkreis (rnk). Fünf Jahre hat Petra Wallmann, Superintendentin im Kirchenkreis Walsrode, mit einer Sekretärin zusammengearbeitet, aber erst bei den Jahresgesprächen herausgefunden, was diese wirklich stört: Dass sie beim Kirchenkreistag auch noch immer für das Catering der Gäste zuständig ist.

Petra Wallmann

Die Jahresgespräche, so Wallbaum, hätten sich aber nicht nur deshalb bestens bewährt beim Weg der Kirche in das neue Jahrtausend. Vorgestern Abend haben die Mitglieder des Kirchenkreistages in Obernkirchen beschlossen, sie zum 1. Januar 2008 verbindlich für den Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg einzuführen.Die Kirchengemeinden sollen 2009 folgen. Jahresgespräche sind Führungsinstrumente, die einen kooperativen Führungsstil praktizieren: vertrauliche Vier-Augen-Gespräche zwischen Mitarbeiter und zuständiger Leitungsperson. Mit den Jahresgesprächen sollen die Arbeitssituation gemeinsam betrachtet und Vereinbarungen für die weitere Arbeit getroffen werden. Damit sollen die Talente der Mitarbeiter entdeckt, gefördert und entwickelt werden, soll zielorientiertes Arbeiten erleichtert und die dienstliche verbessert werden. Probleme, aber auch Erfolge sollen so schneller "erkannt und benannt" werden, Hindernisse und Schwierigkeiten rechtzeitiger und wirksamer beseitigt werden, außerdem sollen sie die gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung vermitteln und Strukturen und Ziele der Arbeit durchsichtiger. Generell soll die Arbeitszufriedenheit erhöht, zudem soll eine neue Leitungskultur entwickelt werden. In der Konzeption wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass der Charakterder Jahresgespräche auf "Kommunikation und Konsens" angelegt ist: Ziele und Maßnahmen werden nicht verordnet, sondern erörtert und gemeinsam festgelegt. Allerdings sind Jahresgespräche verbindlich: Mindestens alle zwei Jahre, besser aber jedes Jahr, sollen sie geführt werden und eine Dauer von zwei Stunden nicht überschreiten. Allerdings dürfen Jahresgespräche nur geführt werden, wenn die Leitungspersonen eine entsprechende Schulung durchlaufen haben, also qualifiziert sind. Mit diesem Instrument, so Wallmann, könnten in Zeiten der "Arbeitsverdichtung" bessere Prioritäten gesetzt werden: Sie sprach von der "Leitung durch fachlichen Konsens". Probleme habe es in Walsrode bei der Frage gegeben, wer dennüberhaupt mit wem spricht. Viele Kirchenmitarbeiter wüssten gar nicht, wer die Vorgesetzten sind. Wallmann empfahl ein Ornigramm, um den Überblick zu erhalten. Für den Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg, so Superintendent Andreas Kühne-Glaser, würden das im nächsten Jahr für ihn 35 Jahresgespräche bedeuten. Als Zusatz wurde nach längerer Debatte beschlossen, ab 2009 auf freiwilliger Ebene auch Jahresgespräche für die ehrenamtlichen Mitarbeiter einzuführen. Wallmann sah die Jahresgespräche in einem anderen Zusammenhang auch als Erfolg an: So sehe sie jetzt in regelmäßigen Abständen ihren Landessuperintendenten.



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