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Lippmann sieht Wahlchancen schwinden

Kommentar: Flucht nach vorn

Warum will Lippmann nicht mehr kandidieren? Weil sie augenscheinlich die Zeichen der Zeit erkennt. An die Gunst der Wähler in Hameln glaubt die Rathauschefin offenbar selbst nicht mehr. Lippmann hat eine Menge Kredit verspielt, ihre anfängliche Popularität hat stark gelitten, selbst in der getreuen SPD begann der Rückhalt zuletzt zu bröckeln. Dass sie Hameln jetzt verlässt, wirft für viele die ketzerische Frage auf, ob sie überhaupt jemals in dieser Stadt angekommen ist. Eine Oberbürgermeisterin mit Leib und Seele, die aufgeht in ihrem Amt, immer präsent und nahbar ist, war Lippmann jedenfalls nicht.

Frank Werner

Auch im Rat hat die Verwaltungschefin längst keine Mehrheit mehr. Für die bevorstehende Direktwahl ist dies kein maßgeblicher, aber auch kein bedeutungsloser Faktor. Denn anders als beim Landratsduell sind die Grünen bei einer Stichwahl in Hameln für die SPD kaum als Bündnispartner zu gewinnen. Schwarz-Grün funktioniert im Rat, der potenzielle CDU-Kandidat Claudio Griese könnte davon profitieren.

Bei Licht betrachtet käme ein Angebot aus Hannover für Lippmann also gerade rechtzeitig. Der vermeintliche Aufstieg wäre auch ein letzter Ausweg, eine Flucht nach vorn.

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