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Beatrice Egli begeistert 1500 Fans / „Hannover, ihr seid der Hammer“

Kollektive Schlager-Glückseligkeit im rappelvollen Capitol

Sie standen in einer 100 Meter lange Schlange vor dem Capitol – Teenager, Hausfrauen, Pensionäre, Papi mit seinen Knietiefen, Mami mit Sohnemann im Schlepptau – ohne Zweifel, Beatrice Egli-Konzerte mausern sich zu generationsübergreifenden Events. Noch sind die Schlagerköniginnen Andrea Berg und Helene Fischer zurzeit unerreichbar, doch die sympathische „DSDS“-Gewinnerin Beatrice Egli darf sich durchaus schon als Schlager-Prinzessin fühlen.

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Die Sympathie schlug der Schweizerin schon in den Mottoshows zu, denn nur mit einer Ausnahme erhielt sie die meisten Zuschaueranrufe. Letztendlich gewann die 25-Jährige am 11. Mai mit 70,25 Prozent der Zuschauerstimmen das Finale der zehnten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ vor Lisa Wohlgemuth.

Nach einem kurzen Intro beginnt Beatrice ihre 90-minütige Show mit ihrer aktuellen Single „Jetzt und hier für immer“ – die Begleitband klingt rockig, die beiden Tänzer auf Tuchfühlung mit dem neuen Stern am Schlagerhimmel. Dass der neue deutsche Schlager auch durchaus nach „Wolle“ Petry klingen kann, beweist Fräuleinwunder Egli mit dem Song „Verlieben, verloren, gelacht und geweint“ – dass „der Dieter“ mal da und dort in den musikalischen Schatztruhen seiner Kollegen stöbert, ist ja bekannt, dennoch ist die junge Sängerin froh, dass sie „DSDS“-Jurygott und Hitproduzent Dieter Bohlen weiter unter seine Fittiche genommen hat. Die Weichen für eine erfolgreiche Weiterführung ihrer Karriere sind also gestellt – schaun ma mal.

„Mit euch lebe und liebe ich das Leben“, freut sich Egli und stimmt Vicky-Leandros-Hit „Ich liebe das Leben“ an. Starke Stimme, tolle Ausstrahlung, man muss die bezaubernde Beatrice einfach gern haben. Das findet auch ein männlicher Fan in der ersten Reihe, der die Schlagersängerin scheinbar so anhimmelt, dass es der Chartstürmerin peinlich ist. „Du bringst mich irgendwie aus der Fassung – wir wollen doch nicht, dass du und ich Ärger zu Hause bekommen“, erklärt Egli dem völlig verduzten Fan. Egal, wie es die „DSDS“-Erste auch gemeint hat – gut kam die verbale Peitsche beim Publikum jedoch nicht an.

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  • 1500 Fans feierten Schlagersternchen Beatrice Egli im fast ausverkauften Capitol.

„Glücksgefühle“ heißt das Debütalbum der deutschen Schlagerhoffnung, auf dem zwölf Titel verewigt sind – zu wenig für eine 90-minütige Show. Daher nehmen es die Konzertbesucher dem blonden Tausendsassa auch nicht sonderlich übel, dass sie ihre schweißtreibende Show mit bekannten Schlagerperlen ihrer Kolleginnen auffüllt. Da kommen Andrea-Berg-Songs wie „Du kannst noch nicht mal richtig lügen“ und „Die Gefühle haben Schweigepflicht“ gerade richtig. Auch die Christina-Stürmer-Songs „Ich lebe“ und „Nie genug“ sowie der Rosenstolz-Titel „Ich bin ich“ interpretiert Egli in ihrem eigenen Stil.

„Mein Herz es brennt, wenn ich Dich seh – auch wenn ich heut durch die Hölle geh. Mein Herz es brennt so lichterloh....“ – nein, Beatrice durch die Hölle brauchtest du heute in Hannover nicht zu gehen – es war ein dahin gleiten auf „Wolke 7“. Dabei hast du aber nicht von oben auf dein Publikum heruntergeschaut, sondern dich auf gleicher Ebene mit deinen Fans befunden.

Man merkt der Sängerin an, dass sie für den deutschen Schlager brennt, ihn unbekümmert und mit viel Charme an die Frau, beziehungsweise an den Mann bringt. Von Teenie-Enthusiasmus war, wie bei anderen „DSDS“-Gewinnern, an diesem Abend nichts zu spüren. Ein Grund mehr, dass die Schweizerin sich eine Weile auf der Showbühne halten könnte. Kamen zum Beispiel beim „DSDS“-Ersten, Luca Hänni, im letzten Jahr noch 1600 Fans zum Konzert, pilgerten in diesem Jahr nur 500 ins Capitol. Hoffen wir, dass dieses Schicksal Beatrice Egli nicht ereilt.

Beatrice Egli – eingerahmt von ihren beiden Tänzern

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