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Körperliche Züchtigung

Hameln, den 3. April. Vom Kultusminister ist ein Erlass ergangen, der die Einschränkung der Körperstrafen in den Schulen bezweckt. Die Verordnung gipfelt in folgenden Merksätzen: 1. Das Recht der körperlichen Züchtigung soll dem Lehrer nicht genommen werden. 2. Ehrensache des Lehrers muss es sein, die Anwendung der Körperstrafe in seiner Schule auf ein Mindestmaß zu beschränken. 3. Missbrauch des Züchtigungsrechts verrät mangelhafte pädagogische Durchbildung.

Hameln, den 3. April. Vom Kultusminister ist ein Erlass ergangen, der die Einschränkung der Körperstrafen in den Schulen bezweckt. Die Verordnung gipfelt in folgenden Merksätzen: 1. Das Recht der körperlichen Züchtigung soll dem Lehrer nicht genommen werden. 2. Ehrensache des Lehrers muss es sein, die Anwendung der Körperstrafe in seiner Schule auf ein Mindestmaß zu beschränken. 3. Missbrauch des Züchtigungsrechts verrät mangelhafte pädagogische Durchbildung. 4. Die Körperstrafe ist kein geeignetes Mittel zur Beförderung des Lernens. 5. Sie soll nie angewandt werden, ohne dass zuvor der etwaige Einfluss häuslicher oder physiologischer Verhältnisse auf das Verhalten des Schülers gewürdigt worden ist. 6. Die Körperstrafe darf in ihrer Anwendung weder die Gesundheit des Schülers schädigen, noch seine Ehre antasten, noch die Schamhaftigkeit verletzen. 7.Überschreitung des Züchtigungsrechtes führt nicht selten vor die Schranken des Gerichts, auch wenn sie nur im Eifer, in der Aufregung oder in der Entrüstung geschehen ist. 8. Der Lehrer soll darum zum Schutze nicht nur der Schüler, sondern auch seiner eigenen pädagogischen Würde alles beachten, was das Handeln im Affekt erschwert. 9. Insbesondere empfiehlt es sich immer, in angemessener Entfernung vom Schüler zu bleiben. 10. Die wirksamsten Mittel, die Anlässe zur Anwendung von Strafen zu vermindern, sind gewissenhafte Vorbereitung, anregender Unterricht, strenge Selbstzucht.




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