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Viele von der Entscheidung überrascht / Reaktionen reichen von Bedauern und bis Respekt

Köhler-Rücktritt schockt heimische Politik

Hameln (CK). Die Tatsache, dass Horst Köhler gestern mit sofortiger Wirkung sein Amt als Bundespräsident niedergelegt hat, hat insbesondere bei der heimischen CDU Bestürzung ausgelöst. Die Landtagsabgeordnete Ursula Körtner erfuhr die Nachricht, die wie eine Bombe eingeschlagen hatte, gestern auf dem Bahnhof in Hannover und war erst einmal sprachlos. „Das kommt völlig überraschend und ist traurig“, sagte die Pyrmonterin, nachdem sie die Neuigkeit verdaut hatte.

Hameln (CK). Die Tatsache, dass Horst Köhler gestern mit sofortiger Wirkung sein Amt als Bundespräsident niedergelegt hat, hat insbesondere bei der heimischen CDU Bestürzung ausgelöst. Die Landtagsabgeordnete Ursula Körtner erfuhr die Nachricht, die wie eine Bombe eingeschlagen hatte, gestern auf dem Bahnhof in Hannover und war erst einmal sprachlos. „Das kommt völlig überraschend und ist traurig“, sagte die Pyrmonterin, nachdem sie die Neuigkeit verdaut hatte. Das habe sie nicht für möglich gehalten, allerdings müsse Köhler wohl „gravierende und für ihn wichtige Gründe“ gehabt haben, um sich zu solch einem Schritt zu entscheiden. Und den müsse man respektieren.

Ihren Landtagskollegen Otto Deppmeyer, den frisch gewählten CDU-Kreisvorsitzenden, hat die Nachricht von Köhlers Rücktritt ebenso kalt erwischt und zunächst sprachlos gemacht. Der MdL aus Hemeringen, nachdem er den ersten Schock überwunden hatte: „Das ist schwer zu verstehen und völlig unerwartet, zumal Köhler hohe Anerkennung im In- und Ausland hatte. Schade, dass seine Äußerungen, die im Übrigen korrigiert worden sind, zu solch einem Schritt geführt haben.“

„Ich bin bestürzt“, sagt der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU). „Der Bundespräsident ist eine ausgezeichnete Persönlichkeit, die sich für niedersächsische Interessen eingesetzt hat. Wir verlieren einen hoch geschätzten Förderer unseres Landes.“ Der Schritt gebiete Respekt. „Allerdings sind die Gründe für mich nicht nachzuvollziehen.“

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Lösekrug-M.

Bedauern auch beim Koalitionspartner FDP. Deren stellvertretender Kreisvorsitzender Reinhold Klostermann findet den Rücktritt des Bundespräsidenten „sehr, sehr schade“. Köhler habe stets versucht, Deutschland zu dienen und auch die Bundesregierung auf Fehler hinzuweisen. „Er hat das Zeug gehabt, in schwierigen Situationen das Richtige zu sagen“, meint der Liberale, der diese Wertung aber nicht auf Köhlers Äußerung, die Bundeswehr diene bei Auslandseinsätzen wirtschaftlichen Interessen, beziehen will. Wertschätzung genoss Köhler offenbar auch bei den Oppositionsparteien. Die Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) erfuhr die Nachricht vom Rücktritt des Staatsoberhauptes während einer Tagung in der evangelischen Akademie Loccum und war nach eigenen Aussagen davon „völlig überrascht“. „Traurig, das hätte ich nicht für möglich gehalten“, gab sie zu. Gleichzeitig vermutet sie, dass Köhler sich möglicherweise im Nachhinein gesagt habe: „Hätte ich mich doch etwas bedachter geäußert.“ Die Verfassung, so die Sozialdemokratin, gelte eben für alle.

Anja Piel, Kreisvorsitzende der heimischen Grünen, begegnet Köhler mit Achtung und Respekt, besonders vor seiner in der Geschichte der Bundesrepublik einmaligen Entscheidung, vom Amt zurückzutreten. „Seine überparteiliche Auffassung hat mir immer sehr gefallen“, so die Grüne angesichts der Tatsache, dass Köhler zwar seit langem Mitglied der CDU, nie aber Parteisoldat gewesen sei.




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