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Wiedensahler beim Wilhelm-Busch-Fest des Bundespräsidenten dabei

Köhler: Klassiker, der gelesen wird

Wiedensahl/Berlin (soe). Einen "Tusch auf Wilhelm Busch" lassen anlässlich des 175. Wiegenfestes nicht nur sein Geburtsort Wiedensahl und die anderen Busch-Stätten von Hannover über Antwerpen bis Mechtshausen ertönen - auch im Schloss Bellevue wurde jetzt unter diesem Motto gefeiert. Als Haupttitel hatte Hausherr Bundespräsident Horst Köhler für seine Einladung zum Familienfest allerdings das etwas mysteriösere "Von Herzenspein und bösen Buben" gewählt.

Fachsimpeln mit Bundespräsident Horst Köhler (l.) über Wilhelm B

Zum Rahmenprogramm dieses Berliner Busch-Festes gehörte auch die Sonderausstellung "Hoch soll er Leben" aus dem Wiedensahler Geburtshaus des großen Dichters, Denkers, Zeichners und Malers, der am 15. April 1832 in dem kleinen Marktflecken in der historischen Drei-Länder-Ecke das Licht der Welt erblickt hatte. Diese Ausstellung macht den Tag der Busch-Geburt zum Ereignis, stellt Eltern, Herkunft, Umfeld und das Leben in einem niedersächsischen Dorf zu der Zeit in den Mittelpunkt. Zu den Gästen im Amtssitz des ersten Mannes im Staate zählten auch Wiedensahls Bürgermeister Helmut Schaer sowie vom "Förderkreis Wilhelm Busch Wiedensahl" dessen langjähriger Vorsitzender, Altbürgermeister Gerhard Dreyer, und die stellvertretende Vorsitzende und Schaumburger Kreisrätin Eva Burdorf.In seiner Begrüßung nannte Köhler Busch einen "Klassiker, der freiwillig gelesen wird". Und: "Er gehört zu unserer kulturellen Identität." Zugleich setzte sich der Präsident mit Buschs Bild der Afrikaner und Juden auseinander. Das Fest begann mit einem Bühnenprogramm im Großen Saal des Schlosses, bei dem vor allem die Ur-Berliner Schauspielerinnen Katarina und Anna Thalbach, Mutter und Tochter, mit Gedichten Buschs und Auszügen aus seinem autobiografischen Werk "Von mir über mich" beeindruckten. Der aus Bremen stammende Bas Böttcher, markanter Vertreter eines neuen Stils (Poetry Slam) deutschsprachiger Gegenwartslyrik, hatte "Zwei Schwestern" und "Dideldum" als Rap adaptiert. Das Kinder- und Jugendtheater des Landes Berlin an der Parkaue spielte Szenen aus "Max und Moritz". All' diese Interpretationen gefielen den Gästen aus dem Busch-Ort sehr, machten ihnen zugleich wieder einmal klar, welchen künstlerischen Schatz sie hüten. Nach dieser kurzweiligen Unterhaltung luden der Bundespräsident und seine Frau Eva Luise die "großen" Gäste zu einem Empfang, bei dem Burdorf, Dreyer und Schaer im Gespräch die Hochachtung Köhlers für das Werk Buschs erfahren konnten. Für die Kinder war zugleich ein Lese-Salon zu Busch eingerichtet. Vor dem Schloss bot das Malatelier der Klax-Kinderbildungswerkstatt Gelegenheit, selber zu Stift und Pinsel zu greifen und Buschs Gestalten in neuer Interpretation aufs Papier zu bringen. Und mittendrin die Ausstellung aus Wiedensahl, die inzwischen wieder an ihren angestammten Platz im Geburtshaus zurückgekehrt ist und dort noch bis zum 100. Todestag des "Vaters des Comic" am 9. Januar 2008 zu sehen sein wird. Nähere Informationen gibt es auch im Internet unter www.wilhelm-busch-geburtshaus.de .

Der langjährige Förderkreis-Vorsitzende Gerhard Dreyer (l.) wird
  • Der langjährige Förderkreis-Vorsitzende Gerhard Dreyer (l.) wird von Horst Köhler begrüßt.


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