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Knipsen in Kitas – Verboten?

Bad Münder. Füllten früher die Kinderfotos noch dicke Alben, wird das Großwerden der Kleinen heute digital festgehalten – und häufig mit vielen Menschen im Internet geteilt. Eine Entwicklung, die Kindergärten vor neue Herausforderungen stellt. Die Stadt Burgwedel hat jetzt massiv durchgegriffen und ein generelles Fotografierverbot für Eltern in allen städtischen Kingergärten eingeführt, um die Persönlichkeitsrechte von Kindern zu schützen. In Bad Münder ist man von solchen Maßnahmen noch weit entfernt.

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„Wir haben in der Benutzungsordnung für die städtischen Kitas keine Regelungen, die das Fotografieren einschränken“, sagt Verwaltungsmitarbeiter Uwe Hochgreve. Demnach habe es bisher keinen Anlass gegeben, da regulierend einzugreifen. Gemäß Paragraf 201a des Strafgesetzbuches gelten Kindertageseinrichtungen als „besonders geschützter Raum“, in dem es ohnehin strafbar ist, unbefugt Bild- oder Tonaufnahmen anzufertigen oder diese Dritten zugänglich zu machen.

Burgwedel sieht für Fotos – die die Mitarbeiter nach Einwilligung der Eltern machen dürfen – indes nur drei mögliche Anlässe: Dokumentation der Entwicklung des Kindes, Präsentation der Kita in der Öffentlichkeit und Aufnahmen für die örtliche Presse.

Im Gegensatz zu den städtischen Einrichtungen hat der DRK-Kreisverband Hameln-Pyrmont für seine 15 Kindertagesstätten Vorgaben gemacht. Die eigene Kindertagesstättenordnung hat strikte Vorgaben rund um das Thema Fotografie, erklärt Cenia Thies, Leiterin der Kita „Martin Schmidt“. „Wir erlauben Eltern nur, Fotos von ihrem eigenen Kind zu machen und wir geben auch keine Foto-CDs mehr raus.“ So werde auch den Praktikanten verboten, Bilder von den Kindern zu schießen – früher für die Praktikumspräsentation eine übliche Praxis. Für Presse-Bilder müssen Eltern eine Einverständniserklärung abgeben. „Früher wurde das Thema viel lockerer gehandhabt“, erinnert sich Thies, „im Zuge des Internets ist es hochgekocht“. Eltern wollten schließlich nicht, dass Aufnahmen ihrer Kinder in sozialen Netzwerken auftauchen, ohne dass sie gefragt werden.

In der Kita Regenbogen in Nienstedt dürfen Eltern zwar noch knipsen, „allerdings lassen wir uns unterschreiben, dass die Bilder nur für den privaten Gebrauch sind und nicht ins Netz gestellt werden“, erklärt Heilpädagogin Kerstin Achilles. „Wir sind da schon sehr vorsichtig.“ Sie befürworte die Vorsichtsmaßnahme, um die Privatsphäre der Kinder zu schützen, „gerade im Zeitalter von sozialen Netzwerken“.

Vollkommen unbefangen wird noch in Hachmühlen mit der Thematik umgegangen, wie Kita-Leiterin Uta Lemke erklärt: „Wir haben bisher noch nie Schwierigkeiten gehabt.“ Die Eltern geben ihre Einwilligung, dass die Mitarbeiter Bilder machen dürfen oder wenn diese auf der Kita-Homepage veröffentlicht werden sollen, „aber die Eltern dürfen selbstverständlich fotografieren“, so Lemke.col



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