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Das frühere Dorf am Südharrl erinnert sich mit einem Familienfest launig an seine 825-jährige Geschichte

Knatensen hat 500 Jahre Vorsprung - beim Feiern

Bückeburg (jp). Der liebe Gott muss ein Knatenser sein. Und wenn nicht, dann müssen die Knatenser ein rotes Telefon mit direkter Verbindung nach ganz oben haben. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass trotz geradezu niederschmetternder Wettervorhersagen während der Feierlichkeiten zum 825-jährigen Bestehen über dem Bückeburger Ortsteil zwischen Harrl und SteinbergerStraße eine strahlende Augustsonne lachte. "Ein wirklich unverschämtes Glück", staunte der stellvertretende Bürgermeister Peter Kohlmann, selbst Knatenser und seit vielen Jahren einer der rührigsten Aktivposten am Südharrl.

Einen Tag lang feierten die Knatenser ihre Geschichte mit einem bunten Familienfest. Ort des Geschehens: natürlich Sümenings Tenne, das rustikal-schmuckvoll ausgebaute Hofgebäude im Zentrum Knatensens, Heimstatt des Knatenser Rotts und der 1991 gegründeten Knatenser Bürgervereinigung sowie Schauplatz zahlloser Feste, Versammlungen und anderer Aktivitäten. Dort startete das Jubiläum mit einem Umzugdurch den Ort, angeführt von Vize-Bürgermeister Peter Kohlmann und dem Vorsitzenden der Knatenser Bürgervereinigung Erwin Kornitzki, begleitet von einer Kinderkutsche sowie vom Spielmannszug Liekwegen. Zu einer kleinen Andacht waren die Knatenser anschließend auf Sümenings Tenne eingeladen. Gehalten wurde sie von Pastor Ingo Röder, auch er seit seinem Umzug aus dem Pfarrhaus ein Knatenser. Nicht nur Knatenser, sondern auch viele Gäste aus dem übrigen Bückeburg konnte Erwin Kornitzki zum großen Hoffrühstück auf der Tenne begrüßen. Wie viel sich die Bückeburger auch noch 69 Jahre nach der Eingemeindung von den Knatensern abgucken können, unterstrich Bürgermeister Reiner Brombach in seinem launigen Grußwort: Bückeburg habe gerade das 325-jährige Bestehen des Bürgerschießens gefeiert. "Das heißt, dass die Bückeburger 500 Jahre brauchten, bis sie gemerkt haben, dass man auch feiern kann." Klaus-Dieter Vogt, stellvertretender Vorsitzender der Bürgervereinigung und Enkel des letzten amtierenden Bürgermeisters von Knatensen, ließ in seiner Rede die jüngere Geschichte nach der Eingemeindung im Jahr 1939 Revue passieren. Vergleichsweise glimpflich kam der Ortsteil nach dem Zweiten Weltkrieg davon. Nur an der unteren Steinberger Straße wurden Häuser von den Alliierten beschlagnahmt, die meisten Häuser in Knatensen selbst blieben verschont. Interessantes Detail: Bis 1956 gehörte Knatensen zum Kirchspiel Kleinenbremen, weshalb dort auch viele Knatenser auf dem Friedhof bestattet liegen. Noch heute existiert daher ein Pfad von Knatensen in Richtung Kleinenbremen mit dem Namen Totenstraße. Erwin Kornitzki erinnerte an die vielen gemeinschaftlichen Aktivitäten seit Gründung des Knatenser Rotts im Jahr 1972 und des Vereins Knatenser Bürgervereinigung im Jahr 1981, an viele Feste und Veranstaltungen sowie an die enormen Leistungen, die von Knatensern ehrenamtlich erbracht wurden, insbesondere beim Ausbau von Sümenings Tenne zum schmucken Veranstaltungszentrum. Als Erinnerung an die 825-Jahr-Feier enthüllten Peter Kohlmann, Klaus-Dieter Vogt und Erwin Kornitzki gegenüber der Tenne eine Tafel. Auf der für den Verkehr gesperrten Straße Wiesenweg gab es während des gesamten Tages Aktivitäten für Kinder. Am Abend klang das Jubiläum bei Livemusik und Tanz auf der Tenne aus.




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