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Altäbtissin erklärt Förderkreis die drängenden Probleme / Hannover: "Stift ist ein selbstständiges Haus"

Klosterkammer: "Es liegen keine Anträge vor"

Obernkirchen (rnk). Hätten die Dachdecker einst Kupfernägel verwendet, das Stift hätte heute ein paar Probleme weniger. Denn die alten Nägel sind durchgerostet, die Dachpfannen lösen sich und knallen auf den Innenhof oder die Straße - und nicht nur, weil das Dach - wie in der Gotik üblich - steil gebaut wurde, wird die Gefahr mit jedem Sturm größer.

Diese Mauer muss nicht weg, sondern wieder aufgebaut werden: Sei

Altäbtissin Gabriele von Späth führte am Sonntag die Mitglieder des Stift-Fördervereins einmal durch die Gebäude, um auf ein paar drängende Probleme aufmerksam zu machen. Im ersten Gebäude, das von 1901 bis 1970 den Maiden auch als Wohnung diente, sind neben dem Problemen auf dem Dach auch ein offen liegender First und ein renovierungsbedürftiges Treppenhaus zu beklagen. "Es muss oben komplett durchgebaut werden", umriss die Altäbtissin das Problem. Das Gebäude gehört zum Wirtschaftsbereich des Stiftes und wurde von 1460 bis 1520 angebaut. Auch mit der Mauer gibt es Probleme. Sie drückt auf gut 50 Zentimeter nach vorn, der Berg drückt sie weg. Die generelle Frage sei, so von Späth, ob das Fundament noch hält. Grund zur Freude gibt es auf dem Stiftsgelände eigentlich nur in der Zehntscheune. Hier haben Klosterkammer Hannover, Landkreis, das Land Niedersachsen und die Schaumburger Landschaft gemeinsam an einem Strang gezogen und das Gebäude innen vollständig entkernt und saniert. Es soll als dauerverpachtete Einrichtung für die Museen dienen:Hier wird eingelagert, was nicht ausgestellt wird. Bisher sind drei Museen beteiligt: Rinteln, Obernkirchen und Bückeburg. Befremdet reagierte gestern die Klosterkammer Hannover auf den Rundgang der Mitglieder des Förderkreises und auf die vorgetragene Kritik. "Wir hätten gerne eine Einladung erhalten", erklärt Gesa Schönermark als zuständige Dezernentin für Kloster und Stifte. So sei es schwierig, Stellung zu beziehen. Natürlich sei der Klosterkammer bekannt, dass Teil der Außenmauer 2006 eingestürzt waren. Aber man habe Sicherungsmaßnahmen ergriffen, habe die Mauer - wo notwendig - gestützt oder aufgemauert. Und man habe ein Gutachten in Auftrag gegeben, dass die Grundsubstanz der Mauer untersuchen sollte. Wann das Gutachten vorliegen und was es enthalten werde, das, so Schönermark, könne sie nicht sagen. Generell könne sie die Kritik allerdings nicht verstehen, denn das Stift Obernkirchen sei rechtlich selbstständig, die Klosterkammer daher nur "aufsichtlich" tätig: "Das Stift ist eine selbstständige Körperschaft des öffentlichen Rechtes unter Aufsicht der Landeskommissarin, die zugleich Präsidentin der Klosterkammer ist." Wenn etwa der marode Zustand des Daches beklagt werde, dann müsse über das Zuwendungsdezernat ein Antrag auf finanzielle Unterstützung gestellt werden: "Dort liegen aber keine Anträge vor", erklärt Schönermark, die als Dezernentin für dieses Ressort mit zuständig ist: "Das liegt in der Eigenverantwortlichkeit des Stiftes." Das Stift sei ein selbstständiges Haus, das einen Haushalt zur Genehmigung vorlege: "Auf Anfrage beraten und begleiten wir gerne."



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