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Klinikum-Streit: „Müssen die Friedenspfeife ausmachen“

Landkreis (crs). Gerade mal zwei Wochen ist es her, dass sich Krankenhaus-Planer und Bürgerinitiative gemeinsam an einen Tisch gesetzt haben. Von dem „ersten Stückchen Frieden“ aber, auf das Moderator Volker Wehmeyer nach dem mehrere Stunden währenden Gedankenaustausch noch gehofft hatte, kann im Streit um den geplanten Standort für das neue Klinikum Schaumburg in der Feldmark Vehlen derzeit keine Rede mehr sein. Im Gegenteil: „Also wir müssen die Friedenspfeife ausmachen“, appelliert Rainer Hussong von der Bürgerinitiative in einer E-Mail an seine Mitstreiter.

Schon der von Hussong formulierte und von Thomas Knickmeier und Joachim Voigt mitunterzeichnete Leserbrief – in unserer Zeitung am 20. November und damit nur fünf Tage nach dem Vermittlungsgespräch veröffentlicht – zeugt nicht gerade von einem überbordenden Willen zum friedlichen Umgang miteinander. Von „Muppetshow“ im Zusammenhang mit ehrenamtlichen Politikern ist hier die Rede, von einer „manipulativ wirkenden Powerpoint-Präsentation“ des Landschaftsplaners Georg von Luckwald. Mit ebendieser aus Sicht der Bürgerinitiative „nicht ausreichend objektiven“ Präsentation begründet Knickmeier als Sprecher den Leserbrief: Die Bürgerinitiative habe zwar „den Eindruck vom ,Frieden im Klinikumstreit‘ nicht trüben“ wollen – als man aber erfahren habe, dass diese Präsentation unter Beteiligung von ProDiako bei weiteren Veranstaltungen gezeigt werde, „haben wir unsere Meinung geändert“.

Das ist indes nur ein Teil der Wahrheit, wie aus einem internen Mail-Wechsel hervorgeht. Den Grund für die Abkehr vom Klinik-Frieden verortet die Bürgerinitiative demnach vielmehr in einem internen Informationsschreiben, das die Krankenhausprojektgesellschaft Schaumburg explizit nicht an die Öffentlichkeit, sondern lediglich an die Mitarbeiter der drei Schaumburger Krankenhäuser richtet. In diesem Schreiben vom 17. November, das in den Kantinen der Krankenhäuser ausgehängt wurde, informiert Klaus Kruse als Geschäftsführer der Krankenhausprojektgesellschaft in einem trockenen, sachlichen Ton über den Gesprächsabend – eine despektierliche Bewertung der Bürgerinitiative lässt sich auch zwischen den Zeilen nicht herauslesen.

Anders sieht das offenbar Rainer Hussong, der seine Mitstreiter in einer Reaktion auf das Schreiben zu einer „Gegendarstellung“ auffordert. Und das verbindet er mit einer äußerst klaren Ansage: „Wir müssen in alle Richtungen schießen.“




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