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Klinikum: Inbetriebnahme „Anfang 2015“

Bückeburg (bus). Zwei hochkarätige Vertreter der Krankenhausprojektgesellschaft Schaumburg, unter deren Federführung das Projekt „Gesamtklinikum Schaumburger Land“ realisiert werden soll, haben während einer Veranstaltung der Senioren-Union den aktuellen Planungsstand des in der Vehlener Feldmarkt geplanten Krankenhauses skizziert. Ralph Freiherr von Follenius (Sprecher der Geschäftsführung) und Claus Eppmann (Geschäftsführer) gaben zu verstehen, dass in diesem Jahr „mit Sicherheit Vorbereitungsmaßnahmen auf der Baustelle“ getätigt werden. Mit der Inbetriebnahme sei „für Anfang 2015“ zu rechnen, wobei es auf den Monat nicht ankomme.

Von Follenius kommt vom Krankenhausbetreiber „Agaplesion“ (Frankfurt/Main), der derzeit in Übernahmeverhandlungen mit „ProDiako“ (Rotenburg/Wümme) steht. „ProDiako“ war ursprünglich als Hauptanteilseigner des Gesamtklinikums vorgesehen, kann diese Rolle aber augenscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen nicht ausfüllen. „Es steht außer Frage, dass ProDiako sich nicht so entwickelt hat, wie man sich das vorgestellt hat“, gab Eppmann den rund 100 Zuhörern im „Alten Forsthaus“ zu verstehen.

Da das „Projekt Schaumburg“ aber auch für Agaplesion einen hohen Stellenwert besitze, seien Zweifel an diesem Vorhaben nicht angebracht, sagte Eppmann. Agaplesion sei „unter den diakonischen Trägern in Deutschland der einzige, der die Größe hat, ProDiako übernehmen zu können“, legte von Follenius dar. „Wir kennen uns im Management seit Jahren; ich glaube schon, dass eine Lösung kommt.“

Auf die Frage nach dem eventuellen Scheitern der Zusammenführung der beiden Unternehmen hieß es: „Wir haben keinen Plan B, es muss gelingen.“

Die Referenten schilderten in drei Abschnitten – Ausgangssituation, zukünftige Versorgung, Planungsstand – recht ausführlich (und von zahlreichen Zwischenfragen begleitet) die wesentlichen Gründe für den Ersatz der Krankenhäuser Bückeburg, Rinteln und Stadthagen durch ein Gesamtklinikum. Der Klinikneubau sei sinnvoll unter den Aspekten:

Erhalt und Ausbau der qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung im Landkreis unter diakonischer Führung,

Verhinderung der Abwanderung von Patienten in umliegende Landkreise,

Erhalt von Beschäftigung im Gesundheitswesen,

Sicherung der Kaufkraft im Landkreis, Infrastrukturförderung durch Großprojekt und

überregionales Aushängeschild für den Landkreis.

Gegenwärtig lassen sich nach Darstellung der Berichterstatter etwa 9000 Patienten pro Jahr außerhalb des Landkreises behandeln. „Wir werden versuchen, einen Teil davon in Schaumburg zu halten“, betonten sie. Was nicht zuletzt die Auslegung des Neubaus als Schwerpunktversorgungskrankenhaus (im Gegensatz zur jetzt vorgehaltenen Grund- und Regelversorgung) befördern solle. Gleichwie sei konsequent daran gearbeitet worden, das heutige Leistungsspektrum der drei Häuser an den zukünftigen Ansprüchen auszurichten.

In einer Gegenüberstellung der erledigten und der noch zu bewältigenden Aufgaben fand sich die landesplanerische Abstimmung mit dem Sozialministerium, die Grundstücksauswahl, die bauplanerische Abstimmung mit der Oberfinanzdirektion (hier unter anderem: Entscheidung über die Höhe der 95-Millionen-Euro-Förderung durch das Land) und die Änderung des Flächennutzungsplans auf der Habenseite. Die Entscheidungen über den Bauantrag und den Bebauungsplan sowie die Optimierung des Baukörpers unter Einbeziehung der Erfahrungen von Agaplesion stehen noch aus.

Alle Realisierungsszenarien setzen voraus, dass „die entsprechenden Verfahren so durchlaufen, wie sie geplant sind“ (Eppmann). Alle Fragen von Bürgern müssten einzeln und qualitativ beantwortet werden. Eppmanns Auffassung zufolge, „eine Riesenarbeit, die in Schaumburg vielleicht etwas aufwendiger ist als in anderen Regionen“. Keinerlei Zweifel ließen die Referenten an der Einhaltung des veranschlagten Kostenrahmens aufkommen. „Die vorgesehenen 130 Millionen Euro können wir einhalten“, betonte von Follenius.

Nach jetzt noch möglichen Durchkreuzungen der Planungen für das Gesamtklinikum befragt, gaben sich Eppmann und von Follenius zugeknöpft aber zuversichtlich: „Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir den Gegnern dieses Klinikums nicht noch eine Arbeitsanleitung geben, wie man es verhindern kann.“




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