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Trotz Klage ordnet Landkreis „sofortige Vollziehung“ für Straßenbau an / Planungen an Gebäude dauern an

Klinikum: Baugrube nicht vor Februar

Landkreis. Der Bau des geplanten Schaumburger Gesamtklinikums könnte unmittelbar beginnen – prinzipiell und rein theoretisch. Denn trotz einer Klage, die der Verein „Landschaftsschutz Schaumburg“ beim Verwaltungsgericht in Hannover eingereicht hat, ist der Baubeginn in der Vehlener Feldmark kurzfristig möglich. Wie Kreissprecher Klaus Heimann erläutert, hat der Landkreis zu Beginn dieses Monats eine „sofortige Vollziehung“ des Baus der Kreisstraße 73 angeordnet. Die Straße ist Erschließungsstraße für das Gesamtklinikum; die Klage der Landschaftsschützer richtet sich gegen den Planfeststellungsbeschluss dieser Straße. Doch deren Bau wird sich offenbar noch ein bisschen hinziehen.

Ohne Erschließungsstraße kann es naturgemäß kein Klinikum in Vehlen geben. Mit der „sofortigen Vollziehung“ hat die Kreisverwaltung nun ein Zeichen gesetzt, möglichst schnell mit dem Neubau zu beginnen. Laut Heimann sind die Defizite der Kreiskrankenhäuser in Rinteln und Stadthagen wichtigster Grund für die Anordnung. Die beiden Häuser schließen jedes Jahr mit mehreren Millionen Euro Defizit ihre Bilanzen ab.

Die Inbetriebnahme des Neubaus kann dem Landkreis in finanzieller Hinsicht nicht schnell genug kommen. „An der Straße kann es nicht scheitern“, erläutert Heimann die Entscheidung zur „sofortigen Vollziehung“. Die Ausschreibungen für die Straßenbaumaßnahmen sind nach seinen Worten „in Vorbereitung“. Unklar sei derzeit, ob „Landschaftsschutz Schaumburg“ mit einem „einstweiligen Rechtsschutzverfahren“ die „sofortige Vollziehung“ erwidert – und in die Länge zieht. Der Bau der Straße werde voraussichtlich genauso viel Zeit in Anspruch nehmen wie der Bau des Klinikums selbst, sagt Heimann – ein Zeitraum von gut zwei Jahren. Aber auch, wenn die Verwaltung sofort mit dem Straßenbau beginnen würde, zöge sich der Baubeginn des Gesamtklinikums noch hin. Für kommenden Februar hat Ralph von Follenius den Beginn der Bauarbeiten anvisiert. Das sei „überhaupt keine Frage mehr“. Erst nach dem Winter aber werde eine Baugrube für das Gebäude ausgehoben, sagt der Geschäftsführer der Krankenhausprojektgesellschaft. Vorher indes, noch in diesem Jahr, fänden bauvorbereitende Maßnahmen auf dem künftigen Klinikgelände statt. Dabei gehe es um Baustraßen oder auch um Versorgungsleitungen, die für den Bau notwendig sind.

Nach dem Einstieg des Konzerns Agaplesion in das Projekt feilen die Krankenhausplaner nun weiter an der tatsächlichen Erscheinung des 435-Betten-Klinikums. Wie von Follenius erläutert, ist das Gebäude planerisch „gespiegelt worden“. Von den ursprünglich drei geplanten „Kuben“ des Gebäudes werde nun einer nicht mehr quadratisch sein. So sei auch die Notfallversorgung näher an den Hubschrauberlandeplatz geplant worden, Teile der Innenhöfe sollen nun wegfallen. Insgesamt werde sich die Fläche des Gesamtklinikums verkleinern. „Das Raum- und Funktionsprogramm ist davon aber nicht betroffen“, beteuert von Follenius.

Unterdessen ist die vakante Chefarztstelle in der Chirurgie mit Prof. Dr. Michael Sessler besetzt worden. Er wechselt von Bremerhaven nach Stadthagen. Offen sind die Chefarztposten für Unfallchirurgie und Orthopädie.



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