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Nieber: „Ausreichend Gremien zur Diskussion vorhanden“ / Awo besitzt bereits eine Baugenehmigung

Klinikparkplätze: Der Frust kommt nicht gut an

Bad Münder (hzs). „Das ist kein guter Umgang miteinander. Ich habe den Herren einen persönlichen Brief geschrieben und werde um ein Gespräch bitten“, empört sich Bürgermeisterin Silvia Nieber. Sie fühlt sich von den beiden leitenden Ärzten der Deister-Süntel-Klinik (DSK), Dr. Jürgen Borghardt und Dr. Ernst Jürgen Kirchertz, übergangen.

Parkplätze – an der Deister-Süntel-Klinik gibt es davon nach Auffassung von Patienten und Mitarbeitern nicht genug.  Foto:

Die Ärzte hatten sich während des CDU-Neujahrsbesuchs über die nach ihrer Ansicht desolate Parkplatzsituation an der Klinik ausgelassen. Die Verwaltungschefin ist allerdings der Meinung, dass das Problem viel besser in einem Gespräch in den Gremien aufgehoben gewesen wäre, in denen sowohl sie als auch Vertreter der DSK sitzen – und nicht in aller Öffentlichkeit.

Man müsse den üblichen Weg auch einmal umkehren können, sagt hingegen Reha-Leiter Borghardt. „Die Stadt sollte mal überlegen, wie sie hier helfen kann“, hatte der Arzt gefordert – und die Stadt im Übrigen um eine generell verstärkte „Lobbyarbeit“ für die Deister-Süntel-Klinik gebeten. Sein Kollege Kirchertz hatte geklagt: „Die Parkplatz-Situation ist gerade angesichts unseres erweiterten hausärztlichen Angebotes momentan ein absolut limitierender Faktor. Die Leute fahren manchmal mit Tränen in den Augen wieder weg.“

Neben einem möglichen Parkgelände im Bereich „Auf der Dahne“ war auch die Einrichtung einer DSK-Außenstelle erwogen worden. Kirchertz: „So eine Einrichtung unten im Ort, vielleicht im PTC, im Kurmittelhaus oder im alten Kurhotel, brächte sicher Entlastung.“

Einem Parkplatz im Bereich „Auf der Dahne“ stehen die Ärzte zwiespältig gegenüber: „Vertretbar ja, aber durch den Anstieg zur Klinik für ältere Patienten auch beschwerlich“, so Borghardt. „Unzumutbar für Herzpatienten, die schnell außer Atem kommen und gänzlich indiskutabel im Winter“, meinte dagegen Kirchertz.

„Wir sehen uns bei so vielen Gelegenheiten, sei es beim ,Runden Tisch Gesundheit‘ oder im Aufsichtsrat der GeTour. Nun wird öffentlich kritisiert, was zehn Tage zuvor in einer solchen Sitzung hätte vorgetragen werden können“, reagiert Nieber verärgert über die Form, in der die Ärzte Kritik üben. Außerdem: Der Träger der Einrichtung, die Awo-Gesundheitsdienste, seien längst im Besitz einer Baugenehmigung zur Schaffung von Einstellplätzen.

Dieser Umstand wird von der Geschäftsführung der Awo-GSD nicht bestritten. Aber: „Der Bau in einem Quellwasserschutzgebiet ist allerdings mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden – eine Erkenntnis, die allen, auch den Stadtvertretern, nicht neu ist und die in der Vergangenheit zu vielen Diskussionen geführt hat“, heißt es dort. Geschäftsführer Volker Behncke weist darauf hin, dass erhebliche Kosten zu Buche schlagen, die von den Awo-Gesundheitsdiensten „zu zahlen und natürlich zu refinanzieren sind, zumal keiner der Patienten gern für den Parkraum, den er beansprucht, zahlen möchte.“ Die Umsetzung der Baugenehmigung verlange „extremen finanziellen Aufwand“ seitens der Awo-GSD. Der Nutzen liege auf der Hand, aber es müsse bezahlbar bleiben.

„Es nützt keinem der Beteiligten, wenn zugunsten der Parkplätze andere wichtige Investitionen zurückgestellt werden müssen. Ausgaben müssen stets Einnahmen entgegenstehen – das ist ein einfaches Wirtschaftsprinzip“, so Behncke. Der Geschäftsführer betont, dass die Awo-GSD ihre Patienten – auch aus dem Umland – gerne nach Bad Münder holen. Die Patienten würden die Kurstadt beleben. „Aber den erforderlichen Parkraum dafür finanzieren wir allein. Für Unterstützung von Landkreis und Stadt sind wir offen“, bekräftigt er. In den kommenden Monaten werde sich entscheiden, wie es am Deisterhang weitergehe.



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