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Im nächsten Jahr wird die internationale Konzertreihe ausgeweitet

Klavierkonzerte und Kammermusik

Obernkirchen (rnk). Nach gut drei Jahren habe sich die Reihe der "Internationalen Klavierkonzerte" einigermaßen etabliert, hoffte Organisator Nico Benadie bei der Vorstellung der Künstler des letzten Konzertes in diesem Jahr.

Fast 80 Zuhörer waren im Stiftssaal ein lebendiger Beweis, dass die Klavierkonzerte ihren festen Platz im Kulturprogramm der Stadt längst gefunden haben. Das mache Mut, so Benadie, daher könne er für das nächste Jahr auch eine Ausweitung bekannt geben. Angedacht sind dann nicht nur Klavierkonzerte, sondern auch Kammermusikabende. Abende, die nach dem gleichen, weil bewährten Muster verlaufen werden: Musik wird nicht als Hochkultur zelebriert, sondern als jedermann zugängliche Musik, in ihrer ganzen Vielfalt, aber eben weiterhin zum Anfassen. Zum 100. Todestag von Edvard Grieg präsentierten am Sonntag Abend Tiziana Perna und Manfredo Dorindo Di Crescenzo die Peer-Gynt-Suite Nr. 1. Von seinen Orchesterwerken erfreuen sich die beiden Peer-Gynt-Suiten bis heute außerordentlicher Beliebtheit. "Die Morgenstimmung", der erste Satz der Suite, 1, wird in Werbung, Film und Fernsehen so häufig verwendet, dass sie zu den bekanntesten klassischen Melodien überhaupt zählt. Ebenso bekannt ist "In der Halle des Bergkönigs", dessen früheste bekannte Verwendung sich im frühen deutschen Tonfilm "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" von 1931 findet: Das Stück, gepfiffen von Peter Lorre, war die einzige Musik des ganzen Films. Perna und Di Crescenzo schwelgten vierhändig in den Melodien, ohne den Grenzen des Kitsches auch nur nahe zu kommen. Die einheitliche Atmosphäre des Stückes führte zu einer beeindruckenden Wiedergabe; ohne große Gesten, dafür aber mit schlichten Konturen, Geschmack und Poesie. Eine sehr souveräne Darbietung, die mit viel Beifall bedacht wurde. Mit der "Ballett Suite op. 28" von Samuel Barber setzten Perna und Di Crescenzo ihr Konzert mit einem Stück fort, das beide Pianisten vor größere Herausforderungen stellte. Barber lässt die Moderne mit ihrer Industrialisierung, aber auch mit den Erfahrungen zweier Weltkriege anklingen. Die beiden Vortragenden nutzten die Ballett Suite, um die Möglichkeiten der vierhändigen Klavierspiels auszuloten; nicht effekthaschend, sondern eher nachklingend, und nachlauschend. Auch hier sparten die Zuhörer nicht mit Beifall. Der zweite Teil des Abends gehörte allein Sergei Rachmaninow und der "Six Morceaux op.11", einem der klassischen Werke für vierhändige Klaviermusik. Am schönsten war es zu hören, wie die Musik mit ihrer ganzen Kraft und rhythmischen Lebendigkeit von Perna und Di Crescenzo gleichsam geboren wurde, mit allem, was die Musik an mutiger klanglicher Erforschung bietet. Unter dem berühmten Strich war es ein sehr schöner Jahresabschluss.

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