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Besondere Verdienste bei der Einführungdes Digitalfunks

Klaus Diedrich erhält das silberne Feuerwehrehrenzeichen

BODENWERDER. Der Regierungsbrandmeister sitzt am Tisch der Ehrengäste – womit hat die Wehr diese seltene Ehre verdient?

Regierungsbrandmeister Wolfgang Brandt hat dem 1. Hauptlöschmeister Klaus Diedrichs das silberne Ehrenzeichen am Bande angeheftet und spricht die Laudatio. Fotos: saw
Sabine Weiße (saw)

Autor

Sabine Weiße Reporterin

Ortsbrandmeister Gerald Gömann hält über viele Stunden „dicht“, verrät nichts. Unter Tagesordnungspunkt 7, „Ehrungen“, dann die Antwort: Für seine besonderen Verdienste erhält der 1. Hauptlöschmeister Klaus Diedrichs das silberne Feuerwehrehrenzeichen am Bande des Landesfeuerwehrverbandes. Angesichts dieser selten zugedachten Ehrung erhebt sich die Versammlung von den Plätzen.

In seiner über 25-jährigen Dienstzeit habe der Kamerad Diedrichs die Sprechfunkausbildung im Landkreis Holzminden geprägt, so Regierungsbrandmeister Wolfgang Brandt in seiner Laudatio. Besonders verdient gemacht habe sich der Kreisausbilder bei der Einführung des Digitalfunks. „Und er hat sich in hervorragender Art in die Ausbildung auf Orts- und Gemeindeebene eingebracht.“ Mit seiner ruhigen, besonnenen Art sei er ein Vorbild für junge Kameraden und werde über die Ortswehr hinaus geschätzt. Brandt weiter: „Als damaliger stellvertretender Ortsbrandmeister der Wehr Kemnade war es maßgeblich sein Verdienst, dass die Kameraden nach der politisch gewollten Auflösung der Wehr geschlossen der Ortsfeuerwehr Bodenwerder beigetreten sind.“

Die Ehrung von Klaus Diedrichs war Höhepunkt der Hauptversammlung in der voll besetzten Fahrzeughalle. Einen weiteren rief Ortsbrandmeister Gömann in Erinnerung: die Ankunft der Drehleiter am 20. April 2017. „Das war wirklich ein sehr bewegender und historischer Moment.“ Maschinisten und Bediener seien zeitnah ausgebildet worden. Gömann erinnerte an die offizielle Indienststellung am 17. August vor rund 150 geladenen Gästen und versicherte: „Wir sehen dieses Fahrzeug nicht als Spielzeug an. Vielmehr ist es ein Vertrauensbeweis und eine Anerkennung für die ehrenamtlichen Feuerwehrkameraden.“ Insgesamt 70 mal wurden die Aktiven alarmiert. Ihren ersten Einsatz hatte die Drehleiter beim Wohnhausbrand in Tuchtfeld, dem umfangreichsten Einsatz des Jahres. Aber auch bei mehreren Übungen spielte sie eine zentrale Rolle. So wurde mit den Wehren aus Linse und Rühle einer Einsatzübung am Schulzentrum Brandbekämpfung und Menschenrettung über die Drehleiter trainiert, die gleichen Übungsziele standen am Seniorendomizil „Weseraue“ im Fokus. Bei einer Übung des Löschzugs Vogler war die Drehleiter ebenso vor Ort wie bei Übungen der Stützpunkte Halle (in Kreipke) oder Polle (in Heinsen). Die neu gegründete DLAK-Gruppe trainiert die Handhabung der Drehleiter und stellt die Einsatzmöglichkeiten auch bei den Ortswehren vor.

Zur Sprache kam das Geschehen in der Wettbewerbsgruppe: Unter Regie des Zugführers Klaus Diedrichs wurde beim Bezirksentscheid in Stadthagen der 13. Platz erreicht. In der ELW-Gruppe stand die neue Software „Fireboard“ im Zentrum des Interesses. Sie soll das Führen und Koordinieren bei größeren Schadenslagen technisch vereinfachen. Gömann: „An 172 Tagen hatten wir berichtspflichtige Tätigkeiten zu verzeichnen. Unterm Strich haben wir uns also an jedem zweiten Tag mit der Feuerwehr beschäftigt.“

Zu erwähnen sind weitere Ehrungen: Der stellvertretende Kreisbrandmeister Ralf Knocke und der stellvertretende Gemeindebrandmeister Thomas Schulze zeichneten Gerd Gömann für 60-jährige Treue und Friedhelm Freiträger für 50-jährige Zugehörigkeit mit Abzeichen und Urkunden des Landesfeuerwehrverbandes aus. Zum Hauptfeuerwehrmann wurde Jan-Hendrik Hamann befördert, zum Oberfeuerwehrmann Gisbert Samse. Nach erfolgreichem Abschluss der Truppmann 1-Ausbildung und regelmäßiger Dienstteilnahme wurde Milad Zakizaden zum Feuerwehrmann befördert. Der aus dem Iran Geflohene hat sich der Feuerwehr im Herbst 2016 angeschlossen und lernt mit großem Engagement die deutsche Sprache. „Feuerwehrmann des Jahres“ darf sich Dominik Marienberg nennen. Mit diesem Titel wird vor sein Einsatz in der AG „Feuerwehr“ an der Oberschule gewürdigt.

Das Ergebnis der Kommandowahlen: Als Sicherheitsbeauftragter wurde Christian Hanuschik im Amt bestätigt, ebenso Michael Marx als Zeugwart. Zum neuen Vertrauensmann der Einsatzabteilung wurde Ralf Gollert gewählt, neuer Kassenprüfer ist Thorsten Stock. Vertrau-ensmann der Ehrenabteilung bleibt Ronald Hübner. Bestätigt wurden Jugendfeuerwehrwart Dominik Klingenberg und sein neu gewählter Stellvertreter Gisbert Samse.

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