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Trio Elisouma zu Gast in Detmold

Klangkosmos reicht bis zu den Komoren

Detmold. Die Komoren. So wird die Inselgruppe in der Straße von Mosambik genannt, die mit ihrer faszinierenden geografischen Lage eine Halbmondsichel bildet. Daher auch ihre von einem arabischen Namen abgeleitete Bezeichnung der Mondinseln. Von dort stammt das Trio Elisouma. Es wird also ein langer Weg werden und vielleicht auch ein Kulturschock für die Musiker, die am Freitag, 6. Dezember ab 20 Uhr in der Aula der Alten Schule am Wall (Paulinenstraße 19) in Detmold zu Gast sind.

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Klangkosmos – so heißt die Konzertreihe, die in Detmold in loser Reihenfolge seit einigen Jahren schon immer wieder neue, höchst interessante und vielversprechende Hörerlebnisse möglich macht. Sie entführt damit nicht nur in Traumlandschaften, sondern in fremde Länder. In diesem Fall eben auf die Komoren. Die Geschichte der Komoren reicht bis ins neunte Jahrhundert zurück, als die ersten Siedler aus Ost-Afrika die Inselgruppe erkundeten. Sie brachten die Swahili-Kultur und die Bantu-Sprache auf dieses vollkommene Neuland mit.

An diesem Punkt beginnt die Geschichte des Trios Elisouma. Alles begann mit „Soubi“ Athoumane Soubira. Im Jahr 1976 begegnet Soubi auf seiner Reise durchs Leben Al Abdou, den man als Spezialisten der Dzendze kennt. Darunter versteht man die komorische Harfe. Al Abdou baut Soubi sein erstes Instrument und nimmt ihn mit auf eine mentale Reise, die ihn lehrt, wie man die Geister mit der Dzendze ruft und beschwört. Darauf aufbauend entwickelt Soubi seinen ganz eigenen Stil, bei dem er sich stark auf traditionelle Melodien und Rhythmen bezieht und trotzdem etwas ganz neues schafft. Er singt von der Liebe, der Kolonisation, dem Frieden, der Polygamie, der Prostitution und der Heuchelei.

Der zweite Teil des Trios, Eliasse Ben Joma, der auf Grande Comore geboren wurde und dann nach Mayotte übersiedelte, wo er immer noch lebt, entwickelte ebenfalls seinen ganz eigenen Stil, den sogenannten Za N’goma (Za = Präposition, ngoma = Musik oder Rhythmus des Lebens), bei dem der Rhythmus als tragendes und verbindendes Element zwischen den verschiedenen traditionellen Musiken steht. Eliasse schließlich vollendet das Trio, indem er sich stark auf die bis in die 1970er Jahre auf den Komoren herrschende Korruption bezieht und außerdem die damit verbundenen politischen Lügen und die Selbstverleugnung mit einbindet.

Trio Elisouma im Klangkosmos Weltmusik: Freitag, 6. Dezember, 20 Uhr, Aula der alten Schule am Wall in Detmold / Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf unter anderem im Rathaus am Markt ( 0 52 31 / 97 73 28).

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