weather-image
Moskauer Männerchor „Heiliger Wladimir“ begeistert das mündersche Publikum

Klangfülle in acht Soutanen

Bad Münder. Mucksmäuschenstill wird es im alten Saal der Deister-Süntel-Klinik als die acht Sänger des Chores „Heiliger Wladimir“ den ersten Psalm anstimmen. „Wahnsinn“ flüstert eine Dame als die letzten Töne verklingen.

270_008_6307110_lkbm201_0304.jpg

Autor:

Monika Wernner

Und es ist wirklich beeindruckend, welche Klangfülle dieser kleine Chor erzeugt. Alle acht Sänger sind studierte Musiker, die in ihrer Heimatstadt Moskau in verschiedenen Kirchen arbeiten. In Russland wird der Gottesdienst lediglich mit Gesang, also ohne Kirchenorgel begleitet. Einmal im Jahr finden sich die Sänger zusammen, um als Chor eine Reise nach Deutschland zu machen. Seit 20 Jahren kommt der Chor nach Bad Münder, versorgt und betreut von Elke Feilke, Patientenbetreuerin der Reha-Einrichtung. Stets singen sie, ohne Eintritt zu verlangen. Mit einem Teil der Spenden, die sie für ihre Auftritte bekommen, finanzieren die stimmgewaltigen Musiker ihre Reise. Das Gros aber geht an das Kinderkrankenhaus „Heiliger Wladimir“, nach dem der Chor sich benannt hat.

Von dem Geld, dass der Chor sammelt, kauft das Krankenhaus, das in der russischen Hauptstadt steht, wichtige Medikamente und medizinische Ausstattung an.

Die Sänger treten in langen Soutanen, der traditionellen Kirchenkleidung auf. Mönche sind sie aber nicht. Nikolai Boglewsky, der Leiter des Ensembles, führt auch durch das Programm. Es heißt „Erinnerungen“. So nimmt der Chor die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durch Boglewskys Kindheit in Russland.

„Wir malen Bilder mit unseren Stimmen“, erklärt der Chorleiter in leicht gebrochenem Deutsch. Und mit ihren Stimmen, die das Herz berühren, locken die Sänger so manche Träne der Ergriffenheit hervor. Besonders Tenor Ilja Melnikow rührt die Zuschauer mit seiner schmelzenden Stimme, doch auch Valerij Wilebowje und Jewgeny Ung verzauberten das Publikum.

Melancholisch, heiter und wild klingen die Kirchen- und Volkslieder und geben einen Einblick in die russische Seele. Nach gut anderthalb Stunden endet das Konzert mit donnerndem Applaus und der Vorfreude auf ein Wiedersehen.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt