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Frage der Schließung des Laurentiusfriedhofes weiter aktuell / Gespräch in der kommenden Woche

Kirche und Stadt ringen um eine Lösung

Bad Münder (jhr). Der Laurentiusfriedhof könnte sich als erster Ort in Bad Münder erweisen, an dem die finanzielle Lage der Stadt in Form von Flatterband und Sperrzäunen sichtbar wird. Stadt und Petri-Pauli-Kirchengemeinde stehen nach wie vor in Verhandlungen über die Zukunft des Areals – eine Lösung zeichnet sich bislang nicht ab.

Kürzeste Verbindung zwischen Kurpark und Rohmelbad und gleichzeitig Park mitten in der Stadt: der Laurentiusfriedhof.

In der kommenden Woche wollen sich Vertreter beider Seiten erneut gemeinsam an einen Tisch setzen, um über das parkähnliche Gelände zu sprechen. Das Grundproblem: Weder Stadt mit ihrem strikten Sparkurs noch Kirchengemeinde sehen sich in der Lage, für den Unterhalt des Laurentiusfriedhofs aufzukommen. Bereits im März hatte das Thema hohe Wellen in Bad Münder geschlagen und erreichte auch den Rat. Die Kirchengemeinde hatte zuvor öffentlich darauf aufmerksam gemacht, dass eine Schließung des Friedhofs drohe, falls sich Stadt und Kirche nicht verständigen könnten. Fünf Jahre lang sei bereits verhandelt worden, ein Ergebnis lasse aber auf sich warten. Der Vorschlag der Stadt, nach dem rund 80 Prozent der bis zu 14 000 Euro Unterhaltskosten für den Friedhof bei der Kirche bleiben würden, will der Kirchenvorstand nicht akzeptieren. Teuer ist der Unterhalt, weil auf dem parkartigen Areal regelmäßig alte Grabsteine auf ihre Standsicherheit hin untersucht werden müssen, weil hohe und alte Bäume aufwändige Kontrolle und Pflege erfordern. Über den Friedhof, auf dem von 1500 bis 1900 Münderaner bestattet wurden, führt ein Fußweg zum Rohmelbad, auch die Kita Laurentiusweg ist über den Friedhof erreichbar.

„Die Gemeinde hat so viele diakonische Aufgaben, dass sie für den Friedhof einfach kein Geld hat. Und es kann auch nicht Aufgabe der Gemeinde sein, der Stadt einen netten Park oder den Zugang zum Rohmelbad zu finanzieren“, macht Beate Wöllenstein, Mitglied des Kirchenvorstandes, deutlich. Sie hofft auf eine baldige Lösung, nach Möglichkeit noch vor der Wahl: „Wenn sich erst neu gewählte Politiker mit dem Thema befassen müssen, vergeht wieder viel Zeit. Und wir können nicht noch einmal drei Jahre oder länger warten“, sagt sie.

Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah hofft, dass beim Gespräch am kommenden Dienstag ein Kompromiss erarbeitet werden kann. „Es muss bei der guten Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kirchengemeinde bleiben“, sagt sie. Die finanzielle Situation sowohl der Gemeinde als auch der Stadt sei ihr bewusst, daher hofft sie, dass beide Seiten die beim letzten Treffen vereinbarten Aspekte geprüft haben und sich vielleicht eine Lösung abzeichnet. Wenig Verständnis hat sie allerdings für den Vorschlag der Stadt, die Zuwegung zur Kita künftig allein über den Laurentiusweg zu regeln. „Als ehemalige Kinderwagenschieberin weiß ich, warum ich den Vorschlag nicht gutheißen kann“, sagt sie.



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