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Beirat sträubt sich gegen Personalentscheidung / Samtgemeinde zu Gesprächen bereit

Kindergarten ist verwaist: Eltern streiken

Samtgemeinde Nenndorf (fox). Es ist auffällig ruhig im Kindergarten an der Helsinghäuser Hauptstraße. Seit Donnerstag wird die Tagesstätte "bestreikt". Nur zwei Mitarbeiterinnen verrichteten ihren Dienst am Freitag in Einsamkeit, Eltern behalten ihre Kinder zu Hause. Ein Boykott. Auslöser ist eine Personalentscheidung der Samtgemeinde Nenndorf. Diese beschäftigt als Träger der Einrichtung seit Donnerstag eine neue Erzieherin in dem Haus. Nach Ansicht der Eltern ist die Harmonie im Haus gefährdet.

Demonstrativ gegen die Personalentscheidung der Samtgemeinde: Hu

Mit einem Transparent stehen Mütter und Väter vor dem Gebäude und protestieren: "Für unsere Kinder - gegen die neue Erzieherin." Die Aktion soll aus Sicht des Elternvertreters Peter Fiedler nicht in eine Hexenjagd gegen die neue Erzieherin abdriften. Vielmehr ist die Samtgemeinde als Trägerin der Tagesstätte angeklagt. Die Eltern fühlen sich in der Personalentscheidung "außen vor" gelassen. Fiedler beruft sich auf Paragraph 10 des Kindertagesstättengesetzes. Demnach hätten Personalveränderungen "im Benehmen mit dem Beirat" erfolgen müssen. "Die Information der Eltern ist aus unserer Sicht vollkommen unzureichend und viel zu spät erfolgt", schreibt Elternbeiratsvorsitzende Silke Schmedtlevin in einem Brief an die Samtgemeinde. Erst am Dienstag, so die Vorsitzende, seien die Eltern in einem Gespräch über die Veränderungen in Kenntnis gesetzt worden. Ein weiteres Problem sehen die Eltern hinter vorgehaltener Hand in der Erzieherin selber und zweifeln deren pädagogische Kompetenz an - räumen jedoch ein, sich ihr Urteil größtenteils über "Hörensagen" gebildet zu haben. Wie Schmedtlevin berichtete, habe die Frau ihren Dienst in Helsinghausen am Donnerstag nach sechsmonatiger Krankheit angetreten. "Das benötigt Einarbeitungszeit. Zudem ist sie vollkommen neu dort", sagte die Elternvertreterin. Insgesamt seien derzeit nur zwei Erzieherinnen für rund 25 Kinder da. "Das ist zu wenig." "Darüber hinaus ist die Leiterin des Helsinghäuser Kindergartens erkrankt, danach im Urlaub und anschließend bei einer Weiterbildung", erklärte Fiedler. Zwangsläufig müsse die neue Mitarbeiterin demnach für mindestens vier Wochen eine Art Leitungsfunktion übernehmen. Sie selbst wolle dies jedoch nach Problemen an ihrer alten Wirkungsstätte nicht mehr, so Fiedler. Die Betroffene war zu keiner Stellungnahme bereit. Eine offiziell bestellte Leitungsvertretung gibt es in der Samtgemeinde nur in den Kindergärten "Erlengrund" und in Haste. Der stellvertretende Samtgemeindedirektor Kurt Junior hat auf Anfrage die Vorwürfe abgewiesen. "Die Samtgemeinde hat die Personalhoheit." Auch seien die Eltern durch einen Aushang im Kindergarten informiert worden. Diese Personalentscheidungen seien der Personalabteilung vorbehalten, nicht den Eltern, äußerte sich Junior. Erste Gespräche zu der Personalie habe es am 9. Februar in einer Leiterinnenrunde gegeben, danach seien Einzelgespräche geführt worden. Jedoch sagte Junior auch, dass der Vorgang ein wenig "schräg" gelaufen sei, da die Leiterin bei Dienstantritt der neuen Erzieherin nicht anwesend war. Die Helsinghäuser Eltern wollen nichts dem Zufall überlassen und haben angekündigt, als Zeichen des Protests täglich ein Elternteil im Kindergarten abzustellen, das von Anfang bis Ende die erzieherischen Methoden der neuen Mitarbeiterin im Auge behält. Für heute sind weitere Gespräche mit der Samtgemeinde als Trägerin der Einrichtung anberaumt. Elternvertreterin Schmedtlevin: "Wir wollen eine vernünftige Regelung für alle."



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