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Kinderfest mit Sumo-Ringern und Halal-Würsten

BAD MÜNDER. Thomas Umlauf bereut nichts. „Die Entscheidung, das Fest vom Rohmelbad in die Sporthalle der KGS zu verlegen, war goldrichtig“, sagt der Vorsitzende des SC Bad Münder und Cheforganisator des „Spielefestes“ hochzufrieden. Erst einen halben Tag zuvor war nach Prüfung der Wetterprognosen die Entscheidung über die Verlegung getroffen worden. Und der „Plan B“ erwies sich als voller Erfolg.

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VON CHRISTOPH HUPPERT

Schon vor dem Halleneingang trafen die vielen hundert Besucher auf ein kleines Freigelände mit Karaoke-Bühne, Kinderkarussell und einer rhönradähnlichen Schleuderanlage. In die wagte sich, von seinen Kumpels natürlich per Smartphone gefilmt, auch der 11-jährige Alessio Müller. „Zieht ziemlich in den Armen, ist aber cool“ kommentierte der junge Mann hinterher die artistische Aktion.

Reißenden Absatz fanden auch die gut 500 Würstchen, die die Helfer der Tafel unter der Leitung von Chefbruzzler Hartmut Jetzke anboten. „Alles zum Selbstkostenpreis, Kinder zahlen die Hälfte“, kommentierte Tafel-Chef Dieter Hainer den erstmaligen Einsatz der Tafel beim Spielefest.

„Die bieten natürlich für unsere ausländischen Neubürger auch Halal-Würstchen an; die werden islamisch zubereitet, und sind so wie das koschere Fleisch der Juden völlig schweinefleischfrei“, erklärte die CDU-Landtagsabgeordnete und Münderaner Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah.

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  • Charmant: Aliyah (l.) und Tessa singen einen Hit von Namika.
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  • Unterhaltung: Drache und Luftballon-Zauberer Arm in Arm.
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  • Will noch jemand kämpfen? Beim Sumo-Ringen legt sich der Nachwuchs gegenseitig auf die Matte. FOTOS: HUPPERT

Süßlicher Popcorn- und Kuchenduft wehte aus der Eingangshalle heraus, wo Sparkassenleiter Stefan Rakel zusammen mit seiner Frau und vielen Helfern Kaffee und Kuchen anbot. Drinnen in der Halle herrschte lautstarker Betrieb vor allem an den Hüfburgen im XXL-Format. „Das sind die größten Hüpfburgen in Niedersachsen; die haben verschiedene Motive und sind bis zu 15 Meter lang“, erklärte Umlauf. Eine besondere Aktion waren außerdem die Zorb-Bälle, in denen Kinder und Jugendlichen durch einen Parcours rollen konnten – assistiert von den Helfern der Stadtjugendpflege unter der Leitung von Frank Hennig.

Während in der einen Ecke der riesige Hüpfburg-Wal mal wieder einige Kinder ausspuckte, die sich laut kreischend einige Meter hinab auf die großen grauen Plastikflossen plumpsen ließen, trugen in der Mitte zwei Mädchen einen heftigen Kampf aus – kostümiert als dickleibige Sumo-Ringerinnen.

Lautes Geklapper drang derweil aus dem oberen Nebenraum der Halle, in dem wie schon in den vergangenen Jahren das „Murmiland“ aus Hannover seine besten Murmel-Rollanlagen ausgestellt hatte. Mehr 60 derartige Rollbahnen hat Maschinenbauingenieur Ortwin Grüttner bereits gebaut. „Meine Lieblingsstück ist zurzeit der Murmelspucker“, sagt er und zeigt auf ein mit den Augen rollendes Murmelgesicht, das die von seinem Kopf herab- und aus seinem Mund herausrollenden Murmeln ausspuckt.

Draußen begeistern derweil Aliyah und Tessa die Zuschauer mit ihrer Fassung von Namikas Hit „Lieblingsmensch“. Die beiden neun- und achtjährigen Mädchen aus Dortmund und Springe erweisen sich als ebenso talentierte Karaoke-Sängerinnen wie die kleine Emily Hochgreve aus Bad Münder.

„Das geht alles nur mit Ehrenamtlichen“, lobt schließlich Ortsbürgermeisterin Joumaah – und die Leiterin des Familienbüros und Gleichstellungsbeauftragte Ulla Behrens stimmt ihr zu: „Das Kinderfest ist ein gutes Beispiel dafür wie gut bei uns das Netzwerk zur Aufnahme von Flüchtlingen und die Integration von Migranten klappt.“

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