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Ursula Börns feiert 40-jähriges Dienstjubiläum / Seit 1975 Lehrerin an der Grundschule Hachmühlen

Kinder und Pflanzen heranwachsen sehen

Hachmühlen (lil). „Ich habe schon als Kind immer Schule gespielt“, erzählt Ursula Börns, Leiterin der Grundschule Hachmühlen. Kein Wunder also, dass sich die 60-Jährige für 1971 ein Lehramtsstudium an der PH Hagen entschied. Jetzt hat Börns ihr 40-jähriges Dienstjubiläum gefeiert.

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„Meine Stellvertreterin wusste davon“, sagt sie. „Bei unserer Weihnachtsfeier wurde ich mit einem Ständchen und Blumen überrascht.“ Als Referendarin kam die gebürtige Hagenerin an die Grundschule Hachmühlen, seit 1996 leitet sie diese. Wie lange sie ihrer Schule noch erhalten bleibt, weiß sie noch nicht. „Die Frage ist eher: Wie lange bleibt meine Schule noch erhalten?“, so Börns. „Ich finde es traurig, dass wir von der Stadt Bad Münder noch nicht wissen, nach welchen Kriterien bewertet wird.“

Börns hängt an ihrer Schule, räumt aber mit Blick auf Flegessen ein: „Es wäre für beide Standorte sehr schade, wenn einer geschlossen würde.“ Während sie vor ein paar Jahren noch 60 bis 80 Schüler hatte, sind es heute weniger als 50. „Das miteinander Arbeiten und voneinander Lernen wird bei uns gelebt“, erzählt die Jubilarin. „Jeden Tag beginnen wir mit dem Morgenkreis, alle zusammen.“ Auch basteln die Erst- bis Viertklässler zusammen und verbringen die Nachmittage gemeinsam in Arbeitsgemeinschaften. „Die Großen helfen den Kleinen. Das sollte die Pädagogik der Zukunft sein, aber die Finanzen sehen etwas Anderes vor.“ Noch vor zehn Jahren habe es Rangeleien auf dem Pausenhof gegeben, die Zeiten seien vorbei, weiß die Schulleiterin.

Pädagogin ist Börns mit Leib und Seele: Das Wohl der Kinder und eine gute Schulatmosphäre liegen ihr am Herzen. „Auf die Verwaltungsarbeit hingegen könnte ich gut verzichten“, sagt sie. Diese sei in den vergangenen Jahren immer mehr geworden. „Den Schulleitern wurden viele Aufgaben übertragen.“

Was sich in den vergangenen 40 Jahren sonst noch verändert hat: die Klassenstärke. „Angefangen habe ich mit 36 Schülern in einer Klasse.“ Und: „Die Kinder sind in ihren Bedürfnissen anspruchsvoller geworden“, sagt sie. Genauso hätten sich die Eltern verändert. „Früher standen 99 Prozent der Eltern hinter dem Lehrer, das ist heute anders.“ Die ersten zwei Jahre in Hachmühlen waren für die Westfälin eine große Umstellung. „Ich habe mich, wann immer ich konnte, hinters Steuer gesetzt und bin nach Hannover gefahren. Ich hatte Angst, dass mir hier die Decke auf den Kopf fällt“, gesteht sie, die es der Liebe wegen nach Hachmühlen verschlug. „Wenn mich mein Mann heute fragt, ob wir nach Hannover zum Einkaufen fahren wollen, ziehe ich Hameln vor.“

Zurzeit unterrichtet die 60-Jährige Mathe, Religion, Textiles Gestalten und Englisch. Ein Lieblingsfach hat sie nicht. „Ich mache alles gern – außer Sport wegen der fehlenden Fachkompetenz“, sagt sie. In ihrer Freizeit liest sie viel. „Im Sommer ist der Garten mein Hobby“, so die Jubilarin. „Den hege und pflege ich wie meine Schüler. Ich sehe gern etwas heranwachsen.“ Man sagt, sie habe einen Grünen Daumen, so Börns mit einem Schmunzeln.

Schulleiterin Ursula Börns hat mit der Kombiklasse Weihnachtsgeschenke eingepackt.

Foto: lil



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