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Der PC und seine irreale Welt: Elternkurs im Jugendzentrum verschafft den nötigen Durchblick

Kinder niemals unkontrolliert chatten lassen

Obernkirchen (sig). Die meisten Kinder sind schon in sehr jungen Jahren recht erfahren im Umgang mit dem PC. Sie nutzen das Internet, unter anderem als Informations- und Musikquelle, und chatten nach Herzenslust. Immer mehr Eltern erkennen, dass sie hier Defizite haben, und dass sie kaum wissen, was ihre Zöglinge da so treiben. Dem will die Sozialpädagogin Susanne Veentjer abhelfen. Sie hat deshalb im Jugendzentrum einen Elternkursus gestartet.

Zu der siebenköpfigen Gruppe, die sich am ersten Tag einfand, gehörten mehr Mütter, aber auch zwei Väter. Susanne Veentjer hatte viele Fragen zu beantworten, bevor sie starten konnte. Überall klang irgendwie die Befürchtung durch, dass mit der Benutzung des Internets auch eine Reihe von Gefahren für die Jugendlichen verbunden ist. Das sei zweifellos der Fall, betonte Susanne Veentjer. Sie erinnerte an die in der Zeitung immer wieder zu lesenden Warnungen, dass Kinder und Jugendliche beim Chatten Kontakt mit zunächst anonymen Personen aufnehmen und später Treffen vereinbaren, von denen die Eltern nichts oder zu spät erfahren. Veentjer empfahl den Eltern, sehr darauf zu achten, dass ihre Kinder und natürlich auch sie selbst nie an Unbekannte die eigene Adresse, die Handynummer oder andere persönliche Daten herausgeben. Beim Chatten sollten stattdessen irgendwelche Fantasiebezeichnungen gewählt werden, aus denen keine Rückschlüsse auf das Alter und das Geschlecht möglich sind. Sollte es zu einem Treffen kommen, müsse in jedem Fall ein Erwachsener dabei sein. "Überlegen Sie sich die möglichen Folgen gut, wenn Sie zulassen, dass Ihr Kind ein Bild von sich sendet - und das gilt auch für Sie", betonte die Leiterin des PC-Kurses. Man dürfe auch keine Fragebögen ausfüllen, die von irgendwelchen Leuten aus dem Netz zugesandt werden. Die Kontendaten sollte ebenfalls niemand auf diesem Weg erfahren. "Im Netz kann jeder in eine Rolle schlüpfen, die nichts mit der Realität zu tun hat; es kann alles erlogen sein, was man bei den direkten Kontakten zu hören bekommt", warnte Veentjer. Die Eltern sollten wissen, dass ihre Kinder dort in eine weitgehend irreale Welt eintauchen, die nicht immer für eine sinnvolle Entwicklung junger Menschen geeignet ist. Nicht umsonst hatte die Pädagogin den zurzeit noch weiterlaufenden Kursus mit dem Titel "Was Spaß macht, was Angst macht" überschrieben. In kurzer Zeit werden die Eltern in der Lage sein, ihre eigenen Erfahrungen mit den Möglichkeiten der modernen Kommunikationstechnik zu machen. Und das ist eine wichtige Hilfe, wenn sie für ihre Kinder die richtigen Entscheidungen beim Umgang mit dem PC und seinen nicht immer positiven Einflüssen treffen wollen.

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