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KGS-Zuschuss wird gekürzt

Bad Münder/Rodenberg. Der Wirtschaftsausschuss der Samtgemeinde Rodenberg hat sich für eine Kürzung des Transportzuschusses zur KGS Bad Münder ausgesprochen. Eltern sollen künftig 27 Euro pro Monat selbst zahlen. Diese Regelung soll für bereits angemeldete Schüler ab dem Schuljahr 2015/16 gelten, alle anderen müssen sogar gänzlich auf einen Zuschuss der Samtgemeinde verzichten, immerhin 55 Euro monatlich. Außerdem möchte der Ausschuss, dass eine Anmeldung an der IGS Rodenberg nachgewiesen wird, und, erst wenn dort kein Platz zur Verfügung stehe, das Kind nach Bad Münder geschickt werde.

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Entsetzt reagierte Malihe Papastefanou, kommissarische Leiterin der KGS, auf diese Nachricht aus Rodenberg: „Das ist schlichtweg illegal.“ Schließlich gebe es den freien Elternwillen zur Schulwahl, der im Niedersächsischen Schulgesetz verankert sei. Und da der Landkreis Schaumburg über keine KGS verfüge – eine IGS sei nun einmal nicht das gleiche – hätte die Gemeinde kein Recht, solch eine Forderung zu stellen. „Dass die Wahlmöglichkeit, die ein hohes Gut ist, aufgrund von finanziellen und politischen Erwägungen einfach ausgehebelt wird, finde ich schade.“ Das sei eindeutig ein „Schritt in die verkehrte Richtung.“

Auslöser der Debatte ist der große Ansturm von Kindern aus der Samtgemeinde auf die KGS. Als „Fluch der guten Tat“ bezeichnete Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla die Entwicklung. Die Kommunen zahlten bereits viel Geld für die Schulen innerhalb der Kreisgrenzen. Der Transport der aktuell 62 Schüler, die die KGS besuchen, koste allein 110 000 Euro.

Ralf Mahnert vom Schulamt erläuterte, dass der Kreis ab der 7. Klasse kostenlosen Schülertransport bei einer Entfernung von mindestens drei Kilometern gewährleistet. Besuchen Schüler Lehreinrichtungen außerhalb der Kreisgrenzen, zahle der Landkreis einen Zuschuss von maximal 1051 Euro pro Jahr, den Transport müssen die Eltern dann selbst organisieren. Laut Mahnert wählten manche Eltern anfangs den Weg zur KGS, weil sie keinen Platz an der IGS Rodenberg bekamen. Die Situation werde sich in den nächsten Jahren aufgrund der sinkenden Schülerzahlen jedoch entspannen.

Über diese Behauptung kann Papastefanou nur den Kopf schütteln. „Gerade die Eltern aus Schaumburg informieren sich sehr genau über unser Angebot und entscheiden sich bewusst für unsere Schule.“ Damit wolle sie gar nichts über die Qualität der IGS sagen, aber es gebe eben gute Gründe für verschiedene Schulformen. „Es reden immer alle von Chancengleichheit, aber diese Debatte wird auf dem Rücken derer ausgetragen, die es sich nicht leisten können.“ Für viele Eltern würde ein zu leistender Zusatzbeitrag sicherlich ein Argument sein, sich gegen die KGS zu entscheiden.

Bisher hat die Samtgemeinde Rodenberg ein Taxiunternehmen bezahlt, um die Schüler nach Bad Münder zu transportieren. Den Kreis-Zuschuss strich die Gemeinde ein, um diesen mit den eigenen Kosten zu verrechnen. Jetzt, so Mahnert, wolle der Kreis direkt mit den Eltern abrechnen. col/gus



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