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KGS steht „unter Beobachtung“

Bad Münder. Im Landkreis tobt eine hitzige Debatte um die künftige Schullandschaft. Obwohl erst ganz neu am Start, ist dabei auch die KGS Bad Münder nicht außen vor. Die Hamelner Schulbehörde stellt sie, wie die anderen Kooperativen Gesamtschulen im Kreisgebiet, „unter Beobachtung“.

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Derzeit sei eine nennenswerte Schwächung des Schulstandortes Bad Münder zwar nicht zu erkennen, machte Kreisrätin Petra Broistedt jetzt vor Mitgliedern des Kreisschulausschusses deutlich. Mittelfristig sei aber in Teilbereichen das schulische Angebot durchaus gefährdet. Das gelte vor allem für das Gymnasialangebot, wo es Prognosen zufolge mittelfristig nur noch eine Einzügigkeit reichen wird.

Hier müssten weitere Anstrengungen unternommen werden, um die Attraktivität zu erhöhen. Klar ist für die Kreisverwaltung in jedem Fall: Auf Sicht wird Bad Münder ohne eigene Oberstufe auskommen müssen, da schlichtweg die Schülerzahlen dafür nicht ausreichen. Ziel müsse es sein, die betroffenen Schüler aus Bad Münder zum Oberstufenbesuch an der KGS Salzhemmendorf zu bewegen.

Mit Sorge beobachtet Broistedt vor allen die Springer Pläne zur Gründung einer Integrierten Gesamtschule (IGS). Welche Auswirkungen das auf den Landkreis Hameln-Pyrmont und insbesondere auf die Stadt Bad Münder haben wird, sei nicht abzusehen.

Schon augenblicklich sei die Situation trotz des neuen KGS-Angebots eher von Abwanderung als von Zugängen gekennzeichnet. Laut Broistedt besuchen derzeit 17 Kinder und Jugendliche aus Springe eine Schule in Bad Münder, 23 kommen aus dem benachbarten Landkreis Schaumburg. Umgekehrt gebe es 248 Jungen und Mädchen, die von Bad Münder täglich zum Unterricht entweder nach Springe oder Barsinghausen pendeln. „Es muss uns gelingen, mehr davon in Bad Münder zu halten“, sagt Broistedt. Gleichzeitig müsse die KGS vermehrt Gastschüler aus dem Umland an sich binden.

Wie alle anderen Kooperativen Gesamtschulen im Kreis, will Broistedt auch die KGS Bad Münder „unter Beobachtung stellen“. Sollten sich die Probleme verschärfen, sei hier wie da die Umwandlung in eine IGS als Alternative denkbar.

Für die schulpolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion, Ursula Körtner, ist das „ein Hammer. Überall herrscht größte Unruhe. Sie haben es geschafft, in den betroffenen Schulen und Verwaltungen Verunsicherung zu schüren“, schimpfte sie an die Adresse Broistedts. Der von der Verwalrung erstellte Schulentwicklungsplan sei alles andere als ergebnisoffen, sondern eine klare Positionierung zugunsten der IGS. Dabei hätten sich gerade in Bad Münder die Eltern bei einer Befragung mehrheitlich für eine KGS statt einer IGS entschieden.

Auch Körtners Parteifreund Hans-Ulrich Siegmund ist sauer. Die Kreis habe es versäumt, beispielsweise mit der Stadt Springe von vornherein eine Absprache zu treffen: „Hier die KGS, dort das Gymnasium. Stattdessen lautet die Devise jetzt: ,Weil Springe eine IGS errichtet, machen wir es auch.‘ Und am Ende stehen beide Schulen als Verlierer da.“

SPD-Sprecher Karl-Heinz Brandt nahm die Verwaltung in Schutz. Er sei überzeugt, dass die KGS „genug Selbstbewusstsein hat, um gegebenenfalls selbst Veränderungsbedarf zu signalisieren“.mf



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