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KGS: So unterstützen Lehrer ihre Schüler bei der Berufswahl

BAD MÜNDER. „Was mache ich bloß nach der Schule?“ Dieser Frage, die sich in jedem Jahr wohl viele Schüler stellen, will man an der KGS Bad Münder entgegenwirken. „Wir Lehrer möchten, dass alle unsere Schüler nach der Schule versorgt sind“, betont Sarah Beckert, die den Realschulzweig an der KGS leitet.

Bestens vorbereitet: die Zweigleiterinnen Ingrid Jahn-Lillich (v.l.), Svea Bauer und Sarah Beckert. Foto: Lindermann
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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

Neben der Berufsberatung, die an der Schule angeboten wird, arbeiten auch die Lehrer in jedem Schuljahr und auf vielen Ebenen daran, für jeden Schüler den richtigen Beruf zu finden. „Es gibt so viele Abschlüsse, Fächer und Schulen, dass die Schüler schnell überfordert sind“, meinen auch Beckerts Kolleginnen. „Da ist es wichtig, anzusetzen und mit Experten zusammenzuarbeiten.“

Im Hauptschulzweig startet das schon in der siebten Klasse mit einem einwöchigen Praktikum, einem Besuch im Berufsinformationszentrum (BIZ) und einer Potenzialanalyse. „Viele Schüler wissen nicht, was sie gut können. Den Bewusstwerdungsprozess müssen wir unterstützen“, meint Hauptzweigschulleiterin Ingrid Jahn-Lillich. In den nächsten Schuljahren folgen weitere Praktika sowie Hospitationen an den beruflichen Schulen in Hameln, bevor sich die Schüler für ein Berufsfeld entscheiden. In der neunten Klasse verbringen sie dann bei der sogenannten Kooperation zwei Tage in der Woche in einer beruflichen Schule. Das habe nur Vorteile, findet Jahn-Lillich: „Die Schüler kennen dann schon die Abläufe in der Berufsschule und haben nach der Schule schon Berufserfahrung.“ Etwa die Inhalte des ersten Lehrjahres sollen so bereits bis zum Ende der Schule erlernt werden. Und „die praktische Erfahrung bringt den Schülern auch Selbstbewusstsein im Bewerbungsgespräch“. Zudem sähen Arbeitgeber häufig über schlechte Noten in den Hauptfächern hinweg, wenn diese durch gute Noten in den Kooperationsfächern ausgeglichen werden können. So hätten auch Hauptschüler Erfolg auf Ausbildungsplätze, die häufig an Realschüler vergeben würden. Für die Hauptschüler, die bis zur 10. Klasse an der KGS bleiben, geht es zur Ausbildungsmesse „Vocatium“ in Hannover, außerdem wird die Kooperation fortgesetzt.

Ähnlich verhält es sich auch im Realschulzweig, nur beginnen die Maßnahmen hier etwas später. So findet die Potenzialanalyse in der achten, der BIZ-Besuch in der neunten Klasse statt. Auch die Vocatium wird besucht. Dabei laufen die Schüler übrigens nicht nur Stände ab, sondern machen im Vorfeld Termine zu Gesprächen aus. In den Klassen 9 und 10 stehen je zweiwöchige Praktika auf dem Programm – und die lohnen sich mitunter sehr, denn: „Im letzten Jahr wurden Schülern aus Praktika heraus Ausbildungsverträge angeboten, die die Schüler auch angenommen haben“, berichtet Zweigleiterin Sarah Beckert. „Deshalb motivieren wir die Schüler verstärkt, nicht einfach ein Praktikum bei Bekannten zu machen, sondern etwas zu tun, was sie wirklich interessiert.“

Auch im Gymnasialzweig steht die Potenzialanalyse im achten Jahrgang an, sowie später ein Besuch auf der Vocatium und Hospitationen in weiterführenden Schulen. Beim zweiwöchigen Praktikum in der 10. Klasse gibt es zudem die Möglichkeit, statt in einen Betrieb in die Uni Hannover hineinzuschnuppern. „Das ist neu ab dem jetzigen neunten Jahrgang“, erklärt Zweigleiterin Svea Bauer. Für die Zehntklässler steht außerdem wissenschaftspropädeutisches Arbeiten auf dem Stundenplan. In einem beliebigen Fach haben die Schüler dabei eine zusätzliche Unterrichtsstunde, wo sie lernen, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniert.

„Wir sind hoch motiviert, Wege für einzelne Schüler zu finden, in denen sie erfolgreich sein können“, fasst Jahn-Lillich zusammen. Das könne auch eine Nischenbegabung sein. „Junge Menschen brauchen Ziele“, sind sich die Lehrerinnen einig. Doch auch bei aller Motivation gebe es hin und wieder Berufswünsche, die sich nicht umsetzen lassen. „Da schauen wir dann gemeinsam mit dem Schüler nach ähnlichen Möglichkeiten und versuchen, diesen Wunsch umzusetzen.“

Und das Konzept der KGS geht auf: „In den letzten Jahren habe alle Schüler nach der Schule eine Idee – Ausbildung, weiterführende Schule oder auch ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer bestimmten Richtung“, freuen sich die Zweigleiterinnen.


Ein Schuljahr lang wird die NDZ Schüler, Lehrer und Berater an der KGS bei der Berufsorientierung begleiten und einzelne Aspekte vorstellen.



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