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Anlieger der Pestalozzistraße fordern die Fällung von drei Mammutbäumen / Verwaltung prüft

„Kettensäge ist noch nicht geschärft“

Bad Münder. Mammutbäume halten, was ihr Name verspricht: sie sind mächtig. Drei der imposanten Gewächse stehen auf einer Grünfläche an der Pestalozzistraße – zum Ärger einiger Anliegen, die sich bei der Stadt über Schäden an ihrem Kanalwerk beklagen. Etwa vier Meter trennt die Bäume von der Grundstücksfläche. Nun muss die Verwaltung prüfen, ob tatsächlich die Bäume ursächlich für verstopfte und kaputte Rohre sind. Für die Bewohner steht fest: die Bäume müssen weg

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Autor:

Mira Colic

Bereits im Dezember 2012 hatte sich Michael Kurze, der seit 1962 an der Pestalozzistraße wohnt, schriftlich an Bürgermeister Hartmut Büttner gewandt. Darin erläuterte er die Schäden an den Frisch- und Abwasserleitungen sowie an Bürgersteig und Fahrbahndecke, die die Wurzeln anrichteten und bat um eine Ortsbesichtigung. Was folgte, war: nichts, absolut keine Reaktion. Er habe nicht einmal ein Formschreiben erhalten, dass sein Brief eingegangen ist. Wenig bürgerfreundlich findet das der Versicherungskaufmann.

Ende vergangenen Jahres war ein Ableitungsrohr im Keller seiner Eltern so verstopft, dass die Oewa mit großem Gerät anrücken musste, um es wieder freizubekommen. Die Experten machten, so Kurze, aber auch deutlich, dass diese Probleme immer wieder auftreten würden – solange die Bäume dort stehen. Und auch vor seinem eigenen Haus musste Kurze graben, weil das Regenwassersystem verstopft war. Aus diesem Grund hat sich Kurze jetzt wieder an die Verwaltung gewandt. Schließlich habe er bisher alle entstandenen Schäden aus eigener Tasche zahlen müssen. „Dabei wäre eigentlich die Stadt in der Verpflichtung, schließlich sind es ihre Bäume.“ Rückforderungen habe er nicht, „aber noch mehr Schäden will ich nicht auf meine Kappe nehmen“.

Die Fotos, die während der Instandsetzungsarbeiten am Kanal entstanden sind, scheinen seine Behauptung zu belegen. Auch Carsten Reiss, zuständiger Fachdienstleiter der Stadt, gibt zu, dass die Wurzeln mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ für die Schäden verantwortlich sind. „Wir befinden uns allerdings noch im Prüfverfahren.“ Nach der ersten Anzeige haben sich noch weitere Anlieger an die Stadt gewandt. Sie eint alle die Forderung: die Bäume sollen weg.

„Natürlich möchten auch wir zukünftig Schäden vermeiden“, betont Reiss, „aber die Kettensäge haben wir noch nicht geschärft.“ Bei einer Gefährdung der Verkehrssicherheit, etwa wenn Bäume drohen, auf ein Wohnhaus zu stürzen, müsse man sofort reagieren. Dann müsste auch die Politik nicht zurate gezogen werden. So ein Fall liege hier jedoch nicht vor. Deswegen gelte es genau abzuwägen und auch zu sehen, welche Bestimmungen in der Baumschutzsatzung festgehalten sind. Zuerst werde man sich mit der Oewa abstimmen.

„Vielleicht ziehen wir auch einen Baumsachverständigen hinzu, der uns sagen kann, wie lang etwa die Wurzeln bei den geschätzt 30 Jahre alten Bäumen sind“, so Reiss. Letztlich könne sich das Verfahren also noch hinziehen – vor allem, falls das Thema tatsächlich durch die politischen Gremien der Stadt muss, bis dann der Verwaltungsausschuss oder der Rat eine Entscheidung fällen.



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