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Kreisjugendring bringt aktuelle Herausforderungen ins Gespräch

„Keine Zeit für Jugendarbeit?!“

Hameln. Ist es ein Zeichen der Zeit? Das Engagement vieler Ehrenamtlicher und Teilnehmer im Jugendbereich fällt heute der Zeitnot und der Verpflichtungen zum Opfer. Dieses Problem ist den Vereinen und Verbänden in Hameln-Pyrmont vertraut, ebenso ihrem politischen Sprachrohr, dem Kreisjugendring (KJR). Daher fand die diesjährige Vollversammlung unter dem Thema „Keine Zeit für Jugendarbeit?!“ statt.

Im Jugendzentrum Regenbogen kamen Vertreter der Vereine und Verbände mit dem Vorstand zusammen, um von der Arbeit des letzten Jahres zu berichten, eine Umfrage zum Thema Zeitdruck zu führen und gemeinsam Lösungen zu finden. Besonders freuten sich die Teilnehmer über die Unterstützung von Karin Wehmeyer, die in den letzten drei Jahren eine Studie zum besagten Thema begleitet hatte. Sie konnte die Diskussionsergebnisse mit Faktenwissen und Erfahrung optimal ergänzen und bestätigen. „Kinder müssen sich heute bewusst gegen die Schule entscheiden, um an Jugendarbeit teilhaben zu können“, lautete schließlich die meist unterstützte Feststellung dieses Abends. Das Interesse der Jugendlichen an Angeboten ist groß, ebenso aber die Angst vor Konsequenzen, falls Verpflichtungen auf der Strecke bleiben. Dass Jugendarbeit soziale Werte, Miteinander und das Entdecken eigener Fähigkeiten ganz ohne Leistungsdruck fördert, wird dabei oft vergessen. Ursachen sind demnach in unserer allzu leistungsorientierten Gesellschaft zu finden, in der sich Kinder sehr früh Gedanken und gleichermaßen Sorgen um ihre Zukunft machen. Auch die Mobilität auf den Dörfern und die Erreichbarkeit aller sozialen Schichten, die Einbindung der neuen Medien und die Terminfindung werden zum Thema.

Ein Lösungsansatz ist es beispielsweise, Tage zu benennen, die verpflichtend ohne Nachmittagsunterricht und Hausaufgaben bleiben und regelmäßig zur freien Verfügung stehen. Die Vereine könnten dann an diesen Nachmittagen ihre besonderen Angebote bündeln, sodass sich auch Busgesellschaften und Eltern langfristig darauf einstellen und die Termine der Allgemeinheit schnell bewusst wären. Letztlich bleibt die Zeitnot der Jugend eine Herausforderung, die sich nicht von heute auf morgen bewältigen lässt. In Kürze sollen die Ergebnisse dem Jugendhilfeausschuss vorgestellt werden, um zusätzliche politische Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Die stärkere Vernetzung der Vereine und Verbände, zum Beispiel über die Internetseite des KJR www.kjr-hameln-pyrmont.de, steht weiterhin im Mittelpunkt und trägt ebenfalls zu einer Verbesserung bei den Vereinen bei.

Dennoch beweisen die vielen engagierten Mitglieder und die gesammelten Erkenntnisse ganz deutlich: Die Jugendarbeit in Hameln-Pyrmont ist auf dem besten Weg, meint Walter Neufeld.




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