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Antrag auf Gemeinnützigkeit des Heimatbundes Wiedensahl aus steuerlichen Gründen vorgeschlagen

Keine Lust mehr auf den Dachverband

Wiedensahl (svb). In der Ortsgruppe Wiedensahl des Heimatbundes Niedersachsen haben in den vergangenen Monaten unterschiedliche Gründe zu Diskussionen um die Eigenständigkeit und Gemeinnützigkeit des „Vereins“ geführt. So muss die Ortsgruppe als regionale Untergliederung des niedersächsischen Heimatbundes jährlich eine Umlage aus den Mitgliedsbeiträgen an den Mantelverein abführen.

Diese Umlage ist in 2010 von 9,50 Euro auf 11,50 Euro pro Mitglied angehoben worden, erklärte Adolf Peeck, Vorsitzender der Ortsgruppe Wiedensahl. Eine weitere Erhöhung auf 16,50 Euro ist vom Heimatbund angedacht, meint Peeck. Diese Tatsache habe zum Erwägen des Schritts in die Eigenständigkeit geführt, zumal die eigenen Mitgliedsbeiträge bereits von 20 Euro auf 25 Euro pro Jahr erhöht werden mussten.

Ein weiterer Punkt ist die Frage, ob die Ortsgruppe als Teil des „gemeinnützigen“ Heimatbundes Niedersachsen ebenfalls gemeinnützig und damit steuerbegünstigt ist. Wolfgang Becker, Mitglied der Ortsgruppe und Fachanwalt für Steuerrecht, verneint dies.

Die Ortsgruppe „verfügt über eine eigene selbstständige Kassenführung, die nicht in das Rechnungswesen des Heimatbundes Niedersachsen integriert ist. „Weiterhin verfügt der Heimatbund Wiedensahl über einen eigenen Vorstand, der nach außen auf Dauer selbstständig auftritt“, führt Becker aus. Deshalb sei die Ortsgruppe nach steuerlichen Regelungen „nicht als Teil“ des Heimatbundes zu behandeln, sondern als selbstständiger Verein.

Als solcher könne er jedoch nur mit einer eigenen Satzung gemeinnützig und steuerbegünstigt werden, erklärt Becker weiter. Eine eigene Satzung ist jedoch nicht vorhanden. Diese müsse zunächst beschlossen werden, damit die Gemeinnützigkeit beim Finanzamt beantragt werden kann.

Peeck kündigte darüber hinaus an, dass ein Antrag für einen „Heimatbund Wiedensahl e. V.“ im Heimatbund Niedersachsen an die Mitgliederversammlung spätestens 2012 gestellt werde. „Solange wir die Umlagen weiter bezahlen, ist der Heimatbund Niedersachsen damit einverstanden“, schrieb Peeck in einer Pressemitteilung.

Achim Müller aus Hannover, Schatzmeister des Heimatbundes Niedersachsen, teilte unserer Zeitung jedoch mit, dass es nicht möglich sei, „dass einzelne Heimatgruppen eine Eintragung in das Vereinsregister als eingetragener gemeinnütziger Verein betreiben könnten“, obwohl dies das erklärte Ziel der Eigenständigkeit ist.

Müller empfiehlt daher neben der Ortsgruppe „zur Absicherung der tätigen Mitglieder im Heimatmuseum Wiedensahl die Gründung eines Museumsträgervereins“. Dieser dürfe aber nicht die Worte „Heimatbund Niedersachsen“ in seinem Namen führen.




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