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Patt im Ortsrat: Damit formell Antrag auf Neuauflage des Bergrennens in Westendorf abgelehnt

"Keine Hells Angels, die unser Dorf terrorisieren"

Schaumburg (wm). Am Anfang gab es ein großes Stühlerücken im Dorfgemeinschaftshaus Schaumburg, damit die vielen Zuhörer auch Platz fanden - am Ende einen Eklat, Buhrufe der Zuhörer und die deutliche Drohung, "bei der nächsten Wahl sprechen wir uns wieder". Anlass für die Volksempörung war das Abstimmungsergebnis über das geplanteBergrennen des Motorclubs Schaumburg. Sechs CDU/WGS-Stimmen für das Bergrennen, sechs SPD-Stimmen dagegen - Patt im Ortsrat für Deckbergen, Schaumburg und Westendorf. Damit ist vom Ortsrat gemäß der Geschäftsordnung eine Neuauflage des Bergrennens in Westendorf abgelehnt worden.

Ortsbürgermeister Eckhard Hülm tritt souverän über die öffentlic

Ein für die vielen Zuhörer völlig unverständliches Votum der SPD-Ortsratsmitglieder, denn etwa 90 Prozent der eigentlich Betroffenen, nämlich die Westendorfer Anwohner, hatten bei einer Umfrageaktion des Motorclubs einem Bergrennen zugestimmt. Zu Beginn der Diskussion hatten die CDU-Vertreter das Wort, und August Beißner gab sich noch optimistisch: "Das ganze Dorf freut sich schon auf diese Veranstaltung." (Beifall der Zuhörer). Eine Diskussion kam erst so richtig in Gang, als klar wurde, dass die SPD gegen die Veranstaltung stimmen würde, Jürgen Henze Motorsport mit Killerspielen verglich und vor Nachahmern warnte: "Der eine oder andere wird auf dieser Strecke vor oder nach dem Rennen sein Können unter Beweis stellen wollen." Dann seien schwere Unfälle programmiert. Ingrid Tegtmeier gab zu, sogar ihr eigener Sohn habe sich nach Mitternacht an der Strecke mit Freunden getroffen und dabei sein Auto "versäbelt". Die stellvertretende SPD-Ortsbürgermeisterin Gisela Stasitzek scherzte, der Landrat sei vermutlich nur deshalb für das Bergrennen, weil seine Sekretärin aus Westendorf komme. Widerspruch aus den Zuhörerreihen: "Nein, aus Schaumburg." Horst Bredemeier fühlte sich "überrumpelt", weil er vor dieser Sitzung nichts von einem Bergrennen gewusst haben will. Ortsbürgermeister Eckhard Hülm verschanzte sich hinter der Geschäftsordnung. Von der WGS hielten dagegen Antje Rinne (den Westendorfern sollte man diese Veranstaltung gönnen, "da gibt es ja nicht mal eine Kneipe") und vor allem mit Wortwitz Petra Sasse: "Was heißt hier Verkehrsgefährdung, während des Rennens gibt es doch gar keinen Gegenverkehr. Meint ihr, die sind alle bekloppt und müssen vor sich selbst geschützt werden, das ist typisch SPD. Das sind dochkeine Hells Angels, die anschließend unser Dorf terrorisieren. Das sind alles normale Menschen, wenn ich mir die angegrauten Herren im Zuschauerraum so anschaue. Und wer soll sich vom Lärm belästigt fühlen? Wir stehen doch alle an der Strecke." Nach der Sitzung zog Antje Rinne Bilanz für die Befürworter des Bergrennens: Das Abstimmungsverhalten der SPD, das den Bürgerwillen noch nicht einmal zur Kenntnis genommen habe, bleibe ihr unverständlich. Eine solche Entscheidung mehre nur die Politikverdrossenheit. Dennoch wäre es falsch zu sagen, dass der Ortsrat gegen das Bergrennen sei. Das Abstimmungsergebnis zeige vielmehr, dass es keine einmütige Position gibt. Insofern bleibe es den weiter damit befassten Gremien überlassen, "was sie mit dieser Aussage anfangen wollen". Antje Rinne: "Die Westendorfer haben die Hoffnung nicht aufgegeben und werden weiter für ihr Bergrennen kämpfen. Sie haben genug Rückgrat, dass sie sich durch diese Brüskierung einiger Ortsratsmitglieder nicht entmutigen lassen."

Schon die demonstrativ hoch gehaltenen Plakate ließen keinen Zwe
  • Schon die demonstrativ hoch gehaltenen Plakate ließen keinen Zweifel über den Bürgerwillen aufkommen. Foto: tol
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