weather-image

Keine Genehmigung für Wisent-Ampel

ALVESRODE. Zum 90. Geburtstag wollte sich das Wisentgehege selbst ein Geschenk machen: Statt einem Ampelmännchen sollte am Fußgängerüberweg vor dem Eingang ein Wisent Besuchern den Weg weisen. Die Straßenverkehrsordnung kennt allerdings keinen Wisent - die zuständigen Behörden lehnten ab.

Foto: Pixabay/ Montage: Storch
marita

Autor

Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

„Aus unserer Sicht wäre das total witzig gewesen“, sagt Tierpark-Leiter Thomas Hennig. Die Idee hatte vor einem Jahr der Wisentgehege-Förderverein. Schriftführerin Brigitte Kieth recherchierte, in welchen deutschen Städten es bereits Ausnahmeregelungen für Ampelmännchen gibt und setzte sich mit der Region Hannover in Kontakt – schließlich steht die Ampel an einer Kreisstraße.

„Alle, mit denen wir gesprochen haben, fanden die Idee gut. Und ich hatte den Eindruck, sie hätten uns gerne weitergeholfen“, fasst Kieth zusammen. Am Ende habe sie aber einsehen müssen: „Die gesetzlichen Vorgaben lassen so eine Geburtstagsaktion nicht zu.“ Das „Sinnbild des stehenden oder schreitenden Fußgängers“ sei in der Straßenverkehrsordnung klar definiert. Ein grüner oder roter Wisent müssten dagegen von den Verkehrsteilnehmern nicht beachtet werden – bei einem Unfall wäre deshalb die Haftungsfrage nicht geklärt.

Würde des Wisentgehege in einem anderen Bundesland liegen, gut möglich, dass die Diskussion anders ausgegangen wäre. Seit knapp zwei Jahren gibt es in Mainz Mainzelmännchen auf einigen Fußgängerampeln. In Trier zeigen unweit der Porta Nigra ein roter und ein grüner Karl Marx Passanten an, wann es vorwärts geht. Und in Erfurt leuchten außer einem Bäckergesellen auch ein Mann mit Regenschirm und ein Wanderer auf. Im Alb-Donau-Kreis dagegen wurden Mainzelmännchen als Ampel-Hingucker untersagt. Und der Rattenfänger schafft es in Hameln auch nicht auf die Lichtsignalanlage.

In Springe sollte der Wisent nicht dauerhaft, sondern nur während der 90-tägigen Feier, die Anfang August begonnen hat, noch ein bisschen mehr im Scheinwerferlicht stehen. „Für uns wäre das ein nettes, kleines Gimmick gewesen“, sagt Leiter Thomas Hennig. Sollten die Auflagen sinken, nehme sein Ampel-Wisent gerne erneut Anlauf.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt