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Gaststättensterben in der münderschen Innenstadt / Lichtblick: „Beim Kornhus könnte sich ’was tun“

„Keine einfachen Zeiten für die Gastronomie“

Bad Münder (jhr/st). Die Momente, in denen Münderaner und ihre Gäste in großer Zahl zum Bummeln oder gemütlichen Beisammensein in Kneipen und Cafés in die Innenstadt strömen, sind selten geworden. Die Konsequenz: Das heimische Gastronomie-Angebot verändert sich – doch nur selten zum Vorteil der Innenstadt.


Echtern 18 und Café Katz seit Oktober dicht, Kornhus und Restaurant Dionysos als Leerstände in prominenter Lage an der Marktstraße, andere Betriebe wie das Restaurant Wiesengrund wirtschaftlich angezählt: „Das Bild eines Mosaiks beschreibt die Situation ganz gut. Jedes Steinchen, das herausgenommen wird, nimmt den verbleibenden Steinen ein Stück weit den Halt“, sagt Friedel Katz. Gerade hat er sein Café, in dem er 50 Jahre lang seine Gäste mit Kaffee, Kuchen und Frühstück verwöhnte, geschlossen – aus gesundheitlichen Gründen, aber auch, weil die Zahl der Gäste stetig zurückging. „Wir erleben heute ein ganz anderes Konsumverhalten als noch vor Jahren. Und die Gruppe der älteren Menschen, die sich auf ein Stück Kuchen in einem Café trifft, wird immer kleiner“, sagt Katz.

Ein Bild bemüht auch Kai Leißring, wenn es um die Zustandsbeschreibung der Gastronomie in Bad Münder geht. „Ein Teufelskreis“, sagt der Leiter des Arbeitskreises Gastronomie der Wirtschaftsvereinigung – dessen Mitgliederzahl sich inzwischen höflich mit „überschaubar“ beschreiben lässt. Leißring: „Je weniger Läden da sind, desto weniger gehen die Leute raus. Und wir sind an einem Punkt, an dem die Leute fast gar nicht mehr rausgehen.“ Wer sich keine weiteren Standbeine durch Catering oder das Ausrichten von Familienfeiern aufbauen könne und auf Laufkundschaft angewiesen sei, der hätte kaum eine Chance.

„Weil die Mieten zu hoch sind“, sagt Wirtschaftsförderer Gebhard Resse. „Das ist das Urproblem in Bad Münder.“ Nicht nur Einzelhändler auch Gastronomen hätten mit den laut Reese überzogenen Vorstellungen der Vermieter zu kämpfen. „Die Betreiber wollen doch nicht nur für ihre laufenden Kosten arbeiten, die wollen doch am Ende des Monats auch noch ein bisschen über haben.“ Aber Reese hat auch noch eine gute Nachricht auf Lager: „Beim Kornhus könnte sich in absehbarer Zeit etwas tun.“ Er stehe in Verhandlungen mit potenziellen Betreibern, doch noch seien nicht alle Einzelheiten geklärt. Er hofft aber stark, dass die Sache zu einem positiven Abschluss kommt.

Doch auf eines muss sich auch der mögliche neue Betreiber des Kornhus‘ einstellen: „Es sind keine einfachen Zeiten für die Gastronomie“, sagt Gunnar Meyer, Chef des Kastanienhofs. In seiner Funktion als Dehoga-Vorsitzender im Kreis wird er immer wieder mit der Schließung von Betrieben konfrontiert – das „Gaststättensterben im ländlichen Bereich“ ist inzwischen ein Thema, mit dem sich der Branchenverband des Gastgewerbes verstärkt auseinander zu setzen hat. „Häufig werden Betriebe altersbedingt geschlossen, es fehlen die Nachfolger“, sagt er. Um Gäste zu gewinnen, müssten sich Gastronomen heute „richtig was einfallen lassen“.



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