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NDZ-Interview mit Ray Dorset von Mungo Jerry

„Keine Coverversion kann das Original toppen“

Hannover. Noch immer sorgen Summer-Feelgood-Nummern wie „Sunshine Reggae“ von Laid Back oder Lou Begas „Mambo No. 5“ in der wohl schönsten Zeit des Jahres für Glücksgefühle bei den Menschen. Auf Platz 1 in der Liste der erfolgreichsten Sommerhits aller Zeiten rangiert bis dato „In The Summertime“ – ein Song von Mungo Jerry, der sich in den letzten 46 Jahren mehr als 30 Millionen Mal verkaufte. Die von Ray Dorset komponierte Single stieg am 6. Juni 1970 auf Platz eins in die britischen Charts ein und erreichte die Pole-Position in Deutschland und weiteren 25 Ländern.

Ray: Natürlich bin ich stolz, dass ich so einen Song kreiert habe. Die Message, die in dem Lied steckt, lautet : das Leben feiern! Hört man den Song, ohne auf den Text zu achten, ist es ein normaler Popsong. Achte ich aber auf den Text, ist es etwas ganz Besonderes. Egal ob politisch korrekt oder nicht: Das Wetter ist schön, es geht einem gut und man kann nach dem Himmel greifen.

Inzwischen gibt es mehr als 30 Coverversionen des Gute-Laune-Hits – unter anderem von Elton John und Shaggy. Für Ray Dorset steht jedoch fest, dass keine Coverversion das Original toppen kann.

Ray: Die Melodie ist um die ganze Welt gegangen und in den verschiedensten Versionen und Styles wie Raggae, Dance, Rock oder Heavy Metal veröffentlicht worden. Die erfolgreichste Coverversion von „In The Summertime“ gelang 1995 Shaggy – das Remake schaffte es bis auf Platz 1 der US-Charts.

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Engen Kontakt zu seinen früheren Bandmitgliedern hat Dorset mehr oder weniger nur noch zu Joe Rush, der damals Waschbrett und Kontrabass spielte.

Ray: Er ist es auch, der mit mir den typischen Mungo-Jerry-Sound prägte. Ich habe vor Kurzem mit Joe gesprochen – er wohnt jetzt in Frankreich. Wir planen demnächst eine Video-Session in einer Bar in England. Meine Söhne sollen den Clip drehen, in dem dann überwiegend alte Songs aus 1968/1969 zu hören sind.

Am 1. April beginnt in Schaffhausen/Kammgarn in der Schweiz die große „In The Summertime“-Anniversary-Tour von Mungo Jerry. Fast zeitgleich erscheint am 8. April mit „Mungo Jerry-Rewind“ eine Doppel-CD, auf der neben den Klassikern noch Raritäten und neun neue Songs zu hören sind – darunter der Song I‘ll Be A Hippy `Til I Die“. Auf die Frage, ob er denn auch noch ein Hippie sei, beantwortete der Musiker mit einem Lächeln.

Ray: Viele Leute haben immer noch diesen Traum vom Hippie-Leben. Die wollen nicht jeden Tag zur Arbeit gehen, sondern eher am Fluss sitzen und angeln. Frei sein, weg vom Alltag – so steht es auch in der ersten Zeile des Songs. Obwohl das nicht so ganz auf mich zutrifft, habe ich mir aber darüber Gedanken gemacht. Mit „One More Night Without You“ präsentiere ich einen weiteren neuen Song auf der CD. Ich habe dieses Stück schon vorher gesungen, aber in einer anderen Version. Es ist auf dem Katmandu-Album „A Case For The Blues“ erschienen. An diesem Longplayer war auch Peter Green (Fleetwood Mac) beteiligt.

Der geniale Songwriter schrieb jedoch nicht nur für Mungo Jerry mehrere Top-Hits. Für Kelly Marie komponierte Ray Dorset den Topseller „Feels Like I‘m In Love“ – ursprünglich sollte den aber Elvis singen.

Ray: Anfang der 70er Jahre hatte Elvis unzählige Livekonzerte gegeben. In dieser Zeit war ich viel in deutschen Clubs unterwegs. Da hatte ich die Idee, dass Elvis doch mal eine Disco-LP aufnehmen sollte. Da mein damaliger Produzent Kontakt zu den Elvis-Leuten hatte, habe ich ihm ein Demo gegeben, das er an das Elvis Presley-Managent weitergeleitet hat. Danach habe ich nichts mehr von ihm gehört – Kelly Marie hat dann 1979 den Song aufgenommen, der aber erst 1980 ein weltweiter Hit wurde.

Am 21. März dieses Jahres feierte Ray Dorset seinen 70. Geburtstag – im engsten Familienkreis, ohne große Party. „Das muss nicht sein, ich bin froh, dass ich noch hier bin – das bedeutet mir mehr als jedes Geschenk“, gab uns der Hitmaster noch mit auf den Weg.

Am 8. April wird das neue Album „Mungo Jerry-Rewind“ ver-öffentlicht.




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