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Religiöse Erwägungen contra Erziehungsauftrag

Keine Befreiung von Klassenfahrt

Bad Münder. Die Befreiung von der Teilnahme an Schulpflichtveranstaltungen aus religiösen Motiven bleibt die Ausnahme. Über eine entsprechende Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Bremen (AZ: 1 A 275/10) informiert der Deutsche Anwaltverein.

 

Ein Vater beantragte für drei seiner Kinder die Befreiung von der Teilnahme an einer Klassenfahrt. Die Familie war Mitglied der Freien Christengemeinde. Der Vater sah die christliche Betreuung seiner Kinder nicht gewährleistet. Das Angebot der Schule, die Kinder jeden Abend von dem 35 Kilometer entfernt liegenden Ziel der Klassenfahrt abzuholen und sie morgens wieder zurückzubringen, lehnte der Vater ab.

 

Die Kinder müssen teilnehmen, entschieden die Richter. Die Befreiung von schulischen Pflichtveranstaltungen, weil die Eltern Beeinträchtigungen ihrer religiösen Erziehungsvorstellungen befürchteten, müsse die Ausnahme bleiben. Zwar seien der staatliche Bildungs- und Erziehungsauftrag und das religiöse Erziehungsrecht sowie die Glaubensfreiheit gleichrangig. Deswegen müsse der Staat bei der Ausgestaltung des Unterrichts Neutralität und Toleranz wahren. Gleichzeitig habe die Schule aber die Aufgabe, allen Schülern Bildungsmöglichkeiten zu bieten. Der staatliche Bildungs- und Erziehungsauftrag würde leerlaufen. Im vorliegenden Fall sei das Kompromissangebot der Schule geeignet gewesen, den Konflikt zu entschärfen. Die Schule sei den Eltern mit ihrem Angebot, auf die Übernachtung der Kinder außer Haus zu verzichten, weit entgegengekommen.



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