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Gekennzeichnete Radwege sind in Deutschland benutzungspflichtig

Keine Ausnahme für Rennräder

Gekennzeichnete Radwege sind in Deutschland benutzungspflichtig. Das heißt, jeder Radfahrer, der älter als 10 Jahre ist, muss von der Fahrbahn auf den Radweg wechseln. Fahrradwege, die nicht mit einer der blauen Radwegtafeln gekennzeichnet sind, dürfen, müssen allerdings nicht benutzt werden. Doch nicht immer greift diese Benutzungspflicht, es gibt Ausnahmen. Wenn der Radweg nicht straßenbegleitend, nicht benutzbar, oder nicht zumutbar ist, muss er nicht benutzt werden. Doch was bedeutet das konkret?

Wann ist ein Radweg nicht straßenbegleitend?

Ein Radweg ist dann nicht straßenbegleitend, wenn er zu weit von der Hauptfahrbahn entfernt ist. Ein Radweg, der weitab von einer parallelen Fahrbahn oder sogar völlig unabhängig von der Fahrbahn verläuft, ist nicht straßenbegleitend.

Wann ist ein Radweg nicht benutzbar?

Ein Radweg, der von Autos zugeparkt, oder anderweitig verstellt wurde, ist nicht benutzbar. Ebenfalls unbenutzbar ist ein Radweg, wenn Fußgänger auf ihm gehen, so, dass dort nicht gefahren werden kann. Als „nicht befahrbar“ gilt ein Radweg allerdings nicht, wenn nur die gewünschte hohe Geschwindigkeit nicht erreicht werden kann. Diese ist immer den Gegebenheiten anzupassen. Die Benutzungspflicht erlischt auch dann, wenn der Radweg von Schnee bedeckt ist, während die Fahrbahn geräumt ist.

Nur der unbenutzbare Abschnitt des Radwegs ist nicht benutzungspflichtig. Jedoch muss nicht ständig zwischen Radweg und Fahrbahn gewechselt werden. An einer möglichst sicheren Stelle vor dem Hindernis soll auf die Fahrbahn gewechselt werden und an einer sicheren Auffahrt wieder auf den Radweg zurück. Ist der Radweg alle paar hundert Meter unbenutzbar, muss er auf der ganzen Strecke nicht befahren werden.

Wann ist ein Radweg nicht zumutbar?

Der Radfahrer ist ebenso wie der Autofahrer verpflichtet, seine Geschwindigkeit den Umständen anzupassen. Eine schlechte Oberflächenbeschaffenheit (zum Beispiel schlechter Belag, rutschige Blätter oder Streugut) des Radwegs bringt alleine keine Unzumutbarkeit. Kann sie jedoch auch durch angepasste Fahrweise nicht ausgeglichen werden, muss der dann unzumutbare Radweg nicht benutzt werden.

Die Unzumutbarkeit kann also am besten daran festgemacht werden, ob der Zustand auch durch angepasstes Fahren nicht mehr ausgeglichen werden kann. Nicht hinnehmen muss man beispielsweise auch, dass auf dem Radweg verbliebenes Streugut oder Glasscherben ständig zu Reifenpannen führen.

Gibt es Sonderregeln für Radrennfahrer?

Immer wieder herrscht Unklarheit, ob es für besonders schnelle Radfahrer auch besondere Regelungen gibt. Die gibt es nicht. Die Gesetze gelten für alle Fahrradfahrer, unabhängig von ihrer Geschwindigkeit. Eine Sonderregelung gibt es jedoch: Wenn 16 oder mehr Radfahrer zusammen auf einer Strecke fahren, dürfen sie auch bei vorhandenem Radweg den Fahrstreifen benutzen und dort zu zweit nebeneinander fahren. Diese Regelung gilt jedoch unabhängig vom Fahrradtyp und der Geschwindigkeit der Gruppe.red

Auch bei hoher Geschwindigkeit gelten für Fahrradfahrer immer dieselben Gesetze.dpa




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