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Oliver Schäfer: Andere Nutzung der Außenstelle der Grundschule Obernkirchen aber durchaus denkbar

"Kein Leerstand mit diesem Bürgermeister"

Krainhagen (rnk). Deutlicher kann man es nicht formulieren: "Mit diesem Bürgermeister wird es nach dem Martin-Luther-Haus kein zweites leerstehendes Gebäude in Krainhagen geben." Oliver Schäfer beendete im Ortsrat Krainhagen mit einem Satz alle Spekulationen der Außenstelle Krainhagen der Grundschule Obernkirchen. Allerdings wollte Schäfer seinen Satz nur auf das Gebäude bezogen verstanden wissen: Das Haus könne sehr wohl im Rahmen eines Gesamtkonzeptes auch anders genutzt werden.

Was will Krainhagen sein: Standort für Weiterbildung der Kinder

Schäfer war diese Klarstellung so wichtig, dass Ortsbürgermeister Thomas Mittmann (SPD) die Sitzung für knapp 15 Minuten unterbrechen ließ, bis der zuvor auf einem anderem Termin weilende Bürgermeister eingetroffen war. In der dann einsetzenden Diskussion offenbarten sich Zerwürfnisse im Elternrat. Äußerer Anlass für den Tagesordnungspunkt 5 der Sitzung war eine E-Mail, die Mittmann am 25. Januar vom Schulelternrat erhalten und zwei Monate später, wie ihm Stadtkämmerer Wolfgang Seele nicht ohne Süffisanz entgegenhielt, auch an das Rathaus weitergeleitet hatte. Bei der "jährlich wiederkehrenden Diskussion um die Schließung der Außenstelle" forderten die Elternvertreter "an erster Stelle die Entwicklung eines pädagogischen Ganztagskonzeptes. Ein solches Konzept erhöht die Attraktivität der Stadt Obernkirchen erheblich und trägt dazu bei, dass sich junge Familien in Obernkirchen niederlassen. Dieses politische Ziel sollte unserer Ansicht nach mit äußerster Priorität verfolgt werden." Aber für einen Ganztagsbetrieb seien räumliche Kapazitäten für Küche, Mensa, Aufenthaltsräume notwendig: "Diese Kapazitäten können nicht mehr vorgehalten werden, wenn die in Krainhagen beschulten Kinder am Kammweg zur Schule gehen." Angeheizt wurde die Debatte anscheinend durch viele durch den Ort wabernde Gerüchte. So sei sogar von einer einzurichtenden Arbeitsgruppe zur Schließung der Außenstelle die Rede gewesen, erklärte Mittmann und sprach "von bewusst gestreuten Desinformationen". Schäfer meinte, das Dilemma woanders entdeckt zu haben. Im Schulelternrat gebe es zwei Fraktionen: die für die Außenstelle und die, die für den Umzug sind. Was in seinen Augen zu einem besonders merkwürdigen Ergebnis geführt hat: Der Schulelternrat habe mitgeteilt, dass er sich nicht mehr äußern wird. Schäfer: "Was soll ich mit einem Fachgremium, das keine Meinung hat? Was wollen dessen Vertreter dann im Fachausschuss des Rates? Glauben Sie wirklich, ich frage zuerst Fachleute, die öffentlich erklären, sich nicht zu ihren Fachthemen äußern zu wollen?" Mehrmals stellte Schäfer klar, dass für ihn nur eine Gesamtbetrachtung der gesamten Stadt in Frage kommt: Krippenplätze Hort, Grundschule, Ganztagsangebot - "das alles allein betrachtet bringt uns nicht weiter". Er wolle eine Vernetzung der Arbeitsgruppen untereinander und dann mit den jeweiligen Fachausschüssen. Generell laute die Frage, ob das Schulgebäude in Krainhagen ein Standort für die Weiterbildung der Kinder ist - oder nur ein Grundschulstandort. Schäfer plädierte für ergebnisoffenes Nachdenken: Möglich sei auch eine andere Nutzung in einem Gesamtkonzept. Und an diesem langen Prozess wolle derSchulelternrat anscheinend nicht mehr mitarbeiten. Erschwerend kommt für Schäfer hinzu, dass der Landkreis dieser Tage eine Begehung der Außenstelle durchgeführt hat. Die Brandschützer aus Stadthagen hätten einiges ins Stammbuch geschrieben: Aus Energiespargründen müssten Fenster ausgewechselt werden, ein zweiter Fluchtweg fehlt, Blitzschutzanlagen müssen aufgebaut werden - "es sind keine einfachen Dinge, die wir nebenbei erledigen können".

Nein, es gibt keine Arbeitsgruppe, die die Außenstelle schließen
  • Nein, es gibt keine Arbeitsgruppe, die die Außenstelle schließen möchte. Und sie war auch nie geplant. Fotos: rnk


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