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Bindung zu polnischer Gemeinde Gdów nicht im Rat behandelt

"Kein Hauruck - Partnerschaft auf solides Fundament stellen"

Bad Nenndorf (fox). 30 Jahre nach Gründung der Deutsch-Französischen Gesellschaft (DFG) steht Bad Nenndorf vor einer neuen Liaison. Für die polnische Gemeinde Gdów ist ein Städtepartnerschaftsvertrag in Vorbereitung. Ein entsprechender Verein soll sich demnächst gründen. Beziehungen in diese Gegend um Krakau unterhalten Nenndorfer Institutionen bereits seit Jahren. Nur der Start auf politischer Ebene verlief aus Sicht der Initiatoren nicht so wie gewünscht.

Treibende Kraft ist Kreisjugendfeuerwehrwart Frank Lohmann. "Die Beziehungen bestehen seit dem Jahr 2001", sagte Lohmann. Zurückzuführen seien diese auf Initiative des Gymnasiums Bad Nenndorf und der Aktivität der Feuerwehr. Diese habe einen internationalen Feuerwehrwettbewerb aufgebaut. Einladungen seien an Feuerwehren im französischen Soissons und an den polnischen Feuerwehrverband versandt worden. "Die Gemeinde Gdów hat sich gemeldet und hat auch teilgenommen." Um diese Partnerschaft zu festigen, lädt Lohmann für Dienstag, 14. August, zur Gründungsversammlung für den Verein "Deutsch-Polnische Partnerschaft" ins Haus Kassel ein. Beginn der Versammlung ist um 20 Uhr. Der Gründung dieses Vereins steht so gut wie nichts mehr im Wege - wohl aber der offiziellen Städtepartnerschaft. Deren Vertragsunterzeichnung könnte am Freitag, 31. August, erfolgen - denn dann ist eine Delegation aus Polen in der Kurstadt zu Gast und könnte die Unterschrift auf das Papier setzen. Unabhängig von allem Optimismus der Förderer dieser Partnerschaft, setzt die Vertragsunterzeichnung jedoch eine politischen Entscheidung voraus. Dass diese nicht so einfach zu erzielen ist, hat sich bereits bei dem Versuch gezeigt, den Punkt "Städtepartnerschaft" während der jüngsten Ratssitzung am26. Juli kurzfristig auf die Tagesordnung zu bringen. Dagegen erhob Friedhelm Brandes (CDU) Einwände. Eine Abstimmung erzielte im Rat der Stadt mit 14 Ja-Stimmen nicht die erforderliche 2/3 Mehrheit- in diesem Fall wären 18 Ja-Stimmen erforderlich gewesen. Brandes habe in diesem Punkt um Abstimmung gebeten, weil er der Ansicht ist, dass eine derartige Partnerschaft auf ein solides Fundament gestellt werden muss, sagte Brandes auf Anfrage. Diese Basis müsse nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in der Bevölkerung gegeben sein. Als Gründungsmitglied der DFG begrüße er durchaus eine Städtepartnerschaft ins Ausland. "Wir dürfen dieses Thema jedoch nicht mit der Hauruck-Methode angehen, sonst brennt die Partnerschaft binnen weniger Jahre ab wie eine Wunderkerze", mahnte Brandes. Eine "Dringlichkeit" im Sinne der Niedersächsischen Gemeindeordnung als Möglichkeit, die Partnerschaft kurzfristig auf die Tagesordnung zu setzen, sieht Brandes nicht. Der CDU-Politiker erkennt in dem Ablauf vielmehr ein Fristversäumnis. Einen neuen Anlauf für die Städtepartnerschaft mit Gdów will die Verwaltung am 22. August nehmen - in einer Sondersitzung.



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