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Kein Geld für gebrochene Knochen

Niedernwöhren/Bückeburg (ly). Zwei Jahre nach einem skandalösen Fußballspiel der 2. Kreisklasse Ost zwischen dem Gastgeber ASC Pollhagen-Nordsehl und dem TSV Algesdorf kann ein dabei verletzter Algesdorfer die Hoffnung auf Schmerzensgeld begraben. Und zwar endgültig, wie es scheint.

In letzter Instanz hat das Oberlandesgericht (OLG) Celle jetzt die Berufung des Kickers verworfen und damit das vorausgegangene Urteil einer Bückeburger Zivilkammer (wir berichteten) bestätigt. Eine Revision sei nicht zugelassen worden, wie die Pressestelle des Landgerichts auf Anfrage weiter berichtet. Die Beweiswürdigung der Bückeburger Richter ist aus Sicht der Kollegen vom OLG "überzeugend" geraten. Gefordert hatte der TSV-Fußballer mindestens 10 000 Euro Schmerzensgeld sowie kleinere Beträge, zum Beispiel für Fahrtkosten. Erlitten hatte er einen komplizierten Bruch des rechten Handgelenks, angeblich durch den Tritt eines Gegenspielers vom ASC Pollhagen-Nordsehl mit Stollenschuhen, als das Opfer in Tumulten nach dem Spiel am Boden lag. Dieser Darstellung des Klägers mochten sich die beiden Gerichte jedoch nicht anschließen. In der Post aus Celle, die kürzlich in Bückeburg eingetroffen ist, war auch ein Teil einer Regenrinne. Gegen dieses Rohr, damals noch montiert an der Kabine, hatte der wütende Algesdorfer Spieler nach dem Verlassen des Platzes mit der Faust geschlagen, wie mehrere Zeugen beobachtet haben. Wäre die Hand zu dem Zeitpunkt bereits gebrochen gewesen, hätte er dies nicht mehr gekonnt, so Richter Jörg Peters im ersten Prozess. Daher könnten die Verletzungen, welche der Kläger auf dem Spielfeld erlitten habe, "nur geringfügiger Art" gewesen sein. Beim Verlassen des Platzes hatte der Fußballer sich die Hand gehalten. Die beinharte Partie der zweiten Mannschaften (Endstand 1:1), ausgetragen am 10. September 2006, dürfte als unrühmliche Begegnung in die Annalen beider Vereine eingehen. Derart aufgeheizt war die Atmosphäre an jenem Sonntagnachmittag, dass es nach dem Schlusspfiff mit einer Rauferei weiterging, an der nach Augenzeugenberichten rund ein Dutzend Menschen beteiligt waren. Die Situation eskalierte nun vollends, nachdem es bereits während des Spiels reihenweise Fouls gegeben hatte. Ende vergangen Jahres hatte die 2. Zivilkammer am Bückeburger Landgericht die Klage als unbegründet abgewiesen, bevor es in die Berufung ging. Beklagte waren drei Spieler des ASC Pollhagen-Nordsehl. Das Sportgericht hatte gegen Kläger und Beklagte sowie weitere Spieler Sperren verhängt, während die Vereine mit Geldstrafen zur Kasse gebeten wurden.




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