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Tierhalterin aus Lindhorst bekommt ihre Vierbeiner wieder / Unverständnis bei Tierheimleiterin

Katzen dürfen zurück

Lindhorst. Die sechs Katzenbabys und ihre Mutter, die am 3. November in die Obhut des Tierheims gegeben wurden, sollen nach Angaben des Kreisveterinäramtes wieder zurück zu ihrer Besitzerin kommen. Das hat Dr. Ulf Güber, zuständig für den Fachbereich Tierschutz, auf Anfrage bestätigt. Bei Kerstin Kassner, Leiterin des Tierheims in Stadthagen, stößt das auf Unverständnis.

Wie berichtet, musste die Polizei in Lindhorst eine ausgesperrte Katzenmutter von der Fensterbank retten. Die Besitzerin hatte das Tier samt Babys für rund drei Tage alleine gelassen.

Für Güber reichen diese Fakten nicht aus, um der Lindhorsterin die Katzen wegzunehmen. Der Fall sei – im Vergleich zu schwerwiegenderen Verstößen gegen die Tierschutzverordnung – zu geringfügig. Die Frau sei zudem noch nicht „tierschutzrechtlich in Erscheinung getreten“. In solchen Erstfällen bleibe es meist bei einer Verwarnung.

Nach Angaben Gübers habe die Katzenbesitzerin auch Einsicht gezeigt – der Amtsveterinär habe jedenfalls versucht, Einsicht zu vermitteln und der Frau zu erklären, dass man seine Tiere auf keinen Fall so lange alleine lassen darf, sagt er. Die Lindhorsterin habe zugegeben, dass sie das schon öfters gemacht, den Tieren aber ausreichend Futter und Wasser bereitgestellt habe. Das sei bisher immer gut gegangen.

Güber betont: Wenn man für mehrere Tage die Wohnung verlässt, muss man sicherstellen, dass es jemanden gibt, der mindestens einmal am Tag nach den Tieren sieht. Zudem sollte man immer telefonisch erreichbar sein.

Die Babys sind mittlerweile wieder putzmunter, und auch der Milchstau der Mutter, die unter einer Gesäugeentzündung leidet, ist nach Auskunft des Tierheims durch Medikamente zurückgegangen. Ihre Kinder, so Güber, nimmt sie allerdings weiterhin nicht an.

Die Aussage der Katzenbesitzerin, sie könne die Katzenbabys gut verkaufen, sei etwas „unglücklich“ formuliert, meint Güber. Faktisch sei das natürlich nicht verboten, meint der Fachmann. Tierschutzrechtlich gelten nämlich folgende Fakten: Erst ab fünf Zuchtkatzen müsse ein Tierhalter eine Zuchterlaubnis beantragen.

Die Frau hat nun die Möglichkeit, sich noch einmal schriftlich zu den Vorwürfen zu äußern. Erst dann, so Güber, würde man über ein Buß- oder Verwarngeld entscheiden.

Ob die Tierhalterin in den kommenden Monaten erneut vom Veterinäramt überprüft werde, würde stets im Einzelfall geklärt werden.

Tierschützerin Kerstin Kassner bringt die Tatsache, dass die Katzen wieder zurück in ihr altes Zuhause kommen, auf die Palme. Aus ihrer Sicht sei das nicht nachzuvollziehen. Sie sorgt sich darum, dass die Katzenmutter wiederholt als Zuchttier missbraucht wird und nicht die nötige Pflege bekommt.kil




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