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Adolfiner begeistern mit Dürrenmatt-Komödie "Romulus der Große"

"Katastrophaler Kapitalismus oder eine kapitale Katastrophe!"

Bückeburg (vhs). Rom in den letzten Zügen, Kaiser Romulus auf der faulen Haut. Roms Feinde fackeln nicht lange, schwertscharfe Rächer stehen schon Schlange. Zwischendurch wird die Tochter fürstlich verheiratet, ein reicher Hosenfabrikant kommt gerade recht für den Liebesdeal. Die Kaiserin tobt ob des Untergangs, der abfällig "Sportler" genannte letzte Soldat irrt ungedopt herum, die Hühner gackern.

Aus dem mächtigen Herrscher hat Friedrich Dürrenmatt in seinem Erfolgsstück "Romulus der Große" einen Hühnerhalter gemacht, der sein Reich lustvoll liquidiert. Mit Henning Röhrich und Kübra Colak konnte Spielleiter Timo Egemann für die Aufführung am Gymnasium Adolfinum zwei ausdrucksstarke Schauspieler für das Kaiserpaar aufbieten. In Lennart Bünte als "Sportler" und Jessica Darowski als Antiquitätenhändler hatten sie gleich zwei ebenbürtige Mitstreiter. Jessica Teschner meisterte die schillernde Rolle des Zeno, Moritz Möller wusste die Rolle des Kochs voll auszufüllen. Was Jessica Darowski vermag, zeigte sie als mimisch und gestisch präzise akzentuierter Ämilian, ein geschundener Heimkehrer mit Erkenntnisgewinn in Sachen Krieg und Vaterland. Zum Erfolg des Ensembles aus dem 10. Jahrgang trugen weiterhin bei: Sophie Buschmann, Nadine Brakowski, Sinja Wagner, Valerie Putzler und Linda Witte. Claudius Barth und Maria Bitter gefielen als unterkühlte Dienstleister am Hühnerhofe, Sabrina Meisner gab dem Hosenfabrikanten Rupf vitale Züge eines weltmännischen Händlers. Als Gegengewicht zu Typenkomik und Groteske fügten Schüler aus dem 11. Jahrgang Szenen ein, die Krieg, Habgier und Herrschaft in ernstere Zusammenhänge stellen. Texte von Fromm, Kästner und Uhland wurden teils chorisch, teils in Schaukämpfen in Szene gesetzt. Was die vielen "Krieger" um Kämpfer wie Peter Krüger und Chorsprecher wie Vanessa White an Stimm-, Körper- und Rhythmusvarianten boten, machte neugierig auf einen ganzen Rezitationsabend der Formation. Für das perfekte Bühnenbild mit sauber gearbeiteten Büsten zeichnete Jürgen Welker mit seinem Kunstkurs (Jahrgang 10) verantwortlich. Mütter sorgten für stilechte Kleidung. Mit der technischen Unterstützung des Teams um Edgar Bruns gelang eine anspruchsvolle und ansprechende Inszenierung, dieSchulleiter Heinz-Ulrich Gosemann zu Recht abschließend besonders würdigte. Das Stück wird am heutigen Freitag um 19.30 Uhr im Adolfinum noch einmal auf die Bühne gebracht.



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