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Kapellengemeinde Nienstedt: Hoffnungsschimmer am Horizont

NIENSTEDT. Unter dunklen Vorzeichen startete am Mittwochabend die Versammlung im Haus der Kirche in Nienstedt. „Es geht um die Zukunft der Kapellengemeinde“, mit diesen Worten leitete Superintendentin Antje Marklein das Treffen ein, zu dem rund 30 Teilnehmer gekommen waren. Doch Marklein hatte die Worte weise gewählt.

Wollen den Kapellenvorstand erhalten: Antje Marklein (von links), Reinhard Jochim, Hans-Werner Lemke und Jürgen Haake. FOto: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Denn: Es wird in Nienstedt tatsächlich eng: Bereits seit mehreren Jahren hat die Gemeinde Probleme damit, ihren Kapellenvorstand zu besetzen (wir berichteten), Marklein selbst leitet das Gremium derzeit, die aktuellen gewählten Kandidaten Reinhard Jochim und Hans-Werner Lemke wollen aus Altersgründen nicht wieder kandidieren.

Wie es dann mit der ohnehin schon angegliederten Gemeinde weitergehen würde, skizzierte Joachim Richter vom Kirchenkreisamt: „Es gibt dann keinen Weg mehr zurück.“ Gibt es im März 2018 keine Kandidaten, kann nicht gewählt werden, die Kapellengemeinde würde aufgelöst werden (wir berichteten). Als erste Frist gilt der 1. Oktober in diesem Jahr, denn dann muss in Egestorf über Wahlbezirke entschieden werden – finden sich bis dahin keine Kandidaten in Nienstedt, würde das Dorf im Deister ein Wahlbezirk – der erste Schritt zur Auflösung der Kapellengemeinde.

Das wollen die Anwesenden gerne verhindern – obgleich Marklein betonte: „Es würde sich zunächst nichts ändern.“ Beerdigungen, Taufen, Gottesdienste, all das würde wie gehabt weiterlaufen – obgleich es damit ohnehin nicht gut bestellt ist, da Pastorin Westermann-Buße weiter erkrankt ist. Sebastian Kühl, der ab dem 1. Juni die zweite Egestorfer Pfarrstelle antritt, werde die Situation nicht entscheidend verbessern, erklärte Marklein – die Region sei nach wie vor unterversorgt.

Unter diesen dunklen Vorzeichen gab es nun aber Bewegung in der Gemeinde – sehr zur Erleichterung von Marklein. Gleich mehrere Kandidaten bekundeten bei der Gemeindeversammlung grundlegendes Interesse daran, sich als Kandidaten für die Vorstandswahl zur Verfügung zu stellen. Zu einer Entscheidung mochten sich aber weder Nicole Wiedermann, Christoph Borchers oder Janina Westerhoff durchringen.

Stattdessen verständigte man sich zunächst darauf, einen Termin für einen Infoabend zu finden – um Interesssenten die Aufgaben eines Kapellenvorstands zu erläutern. „Auf jeden Fall noch vor den Sommerferien“, stimmte Marklein den Überlegungen zu. Die Telefonnummern der jetzigen möglichen Anwärter hat sie sich allerdings schon mal gesichert – auch wenn das grundsätzliche Interesse natürlich keine Verpflichtung zu einer Kandidatur sei, wie sie immer wieder betonte. Und auch bei dem Infoabend könnten natürlich auch weitere Kandidaten dazustoßen.

Auf der Liste für die Wahl müssen mindestens drei Kandidaten stehen, zwei werden gewählt. Der Kapellenvorstand setzt sich aus den gewählten Kandidaten, einer berufenen Person und dem Pastor zusammen.

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