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Neun Männer und eine Frau treten im September für die WGA an

Kandidatensuche war nicht einfach

Rolfshagen. Die schönste Geschichte steuert Martin Niemeier bei. Der Bernser ist der Wählergemeinschaft Auetal erst im Mai beigetreten, Gründungsmitglied Andreas Held hat ihn besucht und bei einer Flasche Bier ist man ins Gespräch gekommen, das schnell in eine Frage mündete: Ob Niemeier nicht für die WGA antreten wolle? Nach einem Tag Bedenkzeit sagte er zu, „ich wurde nicht überredet, ich wurde überzeugt“, sagt er nun auf der Aufstellungsversammlung.

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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite

Zehn Kandidaten treten für die WGA im September an und stellen sich dem Wählervotum, und WGA-Chef Siegbert Held erzählt am Rande der Versammlung, wie schwer es doch sei, Menschen für eine Kandidatur zu finden. Egal, wen man auch anspreche, der antworte sinngemäß in etwa das Gleiche: Sicher, WGA, schöne Sache, und meine Stimme habt ihr auch, aber als Kandidat antreten? Nee, lieber nicht.

Neun Männer, und mit Andrea Lange eine Frau, außerdem mit Alexander Schmidt ein junger Kandidat auf dem schönen Listenplatz zwei, der vor fünf Jahren nach Kathrinhagen zog, ein Haus kaufte, eine Familie gründete und jetzt sagt, das er „das meine tun will“. Er wolle nicht „mehr nur an der Seite stehen und sich dann aufregen, wenn es nicht läuft.“ Er trete daher an, „ich habe da nichts von, aber es ist eine gute Sache.“

Der Aufstellungsversammlung vorangeht die Jahreshauptversammlung der WGA, und sie ist schnell abgehakt. Das letzte Jahr sei immer noch geprägt von den Querelen zwischen der SPD und der Bürgermeister-Kandidatur, erklärt Held, es habe sich einiges in der SPD getan, und man könne nur hoffen, dass sich der Bürger bei der Wahl noch daran erinnere, „was für ein Theater“, meint Held, und dann ist es aber auch gut, präziser wird er nicht.

Gefreut hat das politische Urgestein (35 Jahre Gemeinderat, 15 Jahre Kreistag), dass die WGA beim 25-jährigen Fest des Familienzentrums eine kurze Rede halten durfte, „schließlich hat die WGA mit dem Familienzentrum zwingend etwas zu tun.“

Ob es nach der nächsten Wahl noch für einen Auetaler Sitz im Kreistag reichen wird? Held weiß es nicht und er ist eher skeptisch. Der Wahlbereich fünf, der Obenkirchen, Nienstädt und eben das Auetal umfasst, sei „für einen Auetaler WGA-Kandidaten schwer, aber wir probieren es natürlich.“ Was Held meint: Wenn nun, wie bei dieser Wahl, die Kandidaten ausschließlich aus dem Auetal kommen, muss das Auetal die Kandidaten selber „durchbringen“. Es wird nur ganz wenige Stimmen aus Obernkirchen und Nienstädt geben, vermutet er, weil eben weder Obernkirchener noch Nienstädter auf der Liste stehen. Die WGA-Liste für den Kreistag führt er selbst an, es folgen Andrea Lange, Jürgen Menke und Christoph Held.

Beim Bericht des Fraktionsvorsitzenden schwebt ein bisschen Wehmut durch den Salve-Saal, denn es ist der Letzte, den Heinrich Wente hält. Der Rannenberger hob 1981 die WGA mit aus der Taufe, und bei der damaligen Wahl trat er mit der Jungpartei mit einem ambitionierten Ziel an: Aus den Rathäusern wollte man sie jagen, die etablierten Parteien, und eine Politik jenseits der Parteigrenzen etablieren. Gleich die Premiere wurde zum Höhepunkt: Ein Drittel aller Stimmen, sieben Sitze im Gemeinderat, heute sind es noch vier, und Wente hat in seiner Zeit zwei Wählergemeinschaften erlebt: Die erste Ausgabe wurde dominiert von Bruno Tadge und Hermann Schwiezer, die die Macht im Auetal über die Freibad-Frage mit der CDU verdaddelten, und danach kamen Held und Co., ohne allerdings jemals wieder die Oppositionssitze zu verlassen. Wente also blickt noch einmal auf den Haushalt, er ist ja der Fachmann für die Zahlen, und wenn es gut läuft, sagt er, dann wird auch dieses Haushaltsjahr wieder mit einer schwarzen Null enden, immerhin spüle die nach wie vor gut laufende Konjunktur höhere Steuern, Zuschüsse und Anteile in den Gemeindesäckel, und dann sagt er den Satz, den man wohl für immer mit dem Rannenberger verbinden wird: „Nach wie vor kann uns die gesamte Haushaltssituation nicht gefallen.“ Denn auch die Folgejahre würden keine wesentliche Verbesserung verheißen, aber dennoch habe die WGA dem Haushalt 2016 zugestimmt. Wente also tritt nicht wieder an, irgendwann muss es auch mal gut sein, aber so ganz aus der Verantwortung will ihn die WGA auch nicht lassen und wählt ihn später zum Kassenprüfer. „Da komm ich wohl zurecht damit“, sagt er, und Held ordnet den Posten für Wente ein: „Damit gehörst du zum Vorstand.“ROLFSHAGEN. Die schönste Geschichte steuert Martin Niemeier bei. Der Bernser ist der Wählergemeinschaft Auetal erst im Mai beigetreten, Gründungsmitglied Andreas Held hat ihn besucht und bei einer Flasche Bier ist man ins Gespräch gekommen, das schnell in eine Frage mündete: Ob Niemeier nicht für die WGA antreten wolle? Nach einem Tag Bedenkzeit sagte er zu. „Ich wurde nicht überredet, ich wurde überzeugt“, sagt er nun auf der Aufstellungsversammlung.

Zehn Kandidaten treten für die WGA im September an und stellen sich dem Wählervotum, und WGA-Chef Siegbert Held erzählt am Rande der Versammlung, wie schwer es doch sei, Menschen für eine Kandidatur zu finden. Egal, wen man auch anspreche, der antworte sinngemäß in etwa das Gleiche: „Sicher, WGA, schöne Sache, und meine Stimme habt Ihr auch, aber als Kandidat antreten? Nee, lieber nicht.“

Neun Männer, und mit Andrea Lange eine Frau, außerdem mit Alexander Schmidt ein junger Kandidat auf dem schönen Listenplatz zwei, der vor fünf Jahren nach Kathrinhagen zog, ein Haus kaufte, eine Familie gründete und jetzt sagt, dass er „das Meine tun will“. Er wolle nicht „mehr nur an der Seite stehen und sich dann aufregen, wenn es nicht läuft“. Er trete daher an. „Ich habe da nichts von, aber es ist eine gute Sache.“

Der Aufstellungsversammlung geht die Jahreshauptversammlung der WGA voran, und sie ist schnell abgehakt. Das letzte Jahr sei immer noch geprägt von den Querelen zwischen der SPD und der Bürgermeister-Kandidatur, erklärt Held. Es habe sich einiges in der SPD getan, und man könne nur hoffen, dass sich der Bürger bei der Wahl noch daran erinnere. „Was für ein Theater“, meint Held, und dann ist es aber auch gut, präziser wird er nicht.

Gefreut hat das politische Urgestein (35 Jahre Gemeinderat, 15 Jahre Kreistag), dass die WGA beim 25-jährigen Fest des Familienzentrums eine kurze Rede halten durfte. „Schließlich hat die WGA mit dem Familienzentrum zwingend etwas zu tun.“

Ob es nach der nächsten Wahl noch für einen Auetaler Sitz im Kreistag reichen wird? Held weiß es nicht und er ist eher skeptisch. Der Wahlbereich fünf, der Obernkirchen, Nienstädt und eben das Auetal umfasst, sei „für einen Auetaler WGA-Kandidaten schwer, aber wir probieren es natürlich“. Was Held meint: Wenn nun, wie bei dieser Wahl, die Kandidaten ausschließlich aus dem Auetal kommen, muss das Auetal die Kandidaten selber „durchbringen“. Es wird nur ganz wenige Stimmen aus Obernkirchen und Nienstädt geben, vermutet er, weil eben weder Obernkirchener noch Nienstädter auf der Liste stehen. Die WGA-Liste für den Kreistag führt er selbst an, es folgen Andrea Lange, Jürgen Menke und Christoph Held.

Beim Bericht des Fraktionsvorsitzenden schwebt ein bisschen Wehmut durch den Salve-Saal, denn es ist der letzte, den Heinrich Wente hält. Der Rannenberger hob 1981 die WGA mit aus der Taufe, und bei der damaligen Wahl trat er mit der Jungpartei mit einem ambitionierten Ziel an: Aus den Rathäusern wollte man sie jagen, die etablierten Parteien, und eine Politik jenseits der Parteigrenzen in die Wege leiten. Gleich die Premiere wurde zum Höhepunkt: Ein Drittel aller Stimmen, sieben Sitze im Gemeinderat, heute sind es noch vier, und Wente hat in seiner Zeit zwei Wählergemeinschaften erlebt: Die erste Ausgabe wurde dominiert von Bruno Tadge und Hermann Schwiezer, die die Macht im Auetal über die Freibad-Frage mit der CDU verdaddelten, und danach kamen Held und Co., ohne allerdings jemals wieder die Oppositionssitze zu verlassen. Wente also blickt noch einmal auf den Haushalt, er ist ja der Fachmann für die Zahlen, und wenn es gut läuft, sagt er, dann wird auch dieses Haushaltsjahr wieder mit einer schwarzen Null enden, immerhin spüle die nach wie vor gut laufende Konjunktur höhere Steuern, Zuschüsse und Anteile in den Gemeindesäckel, und dann sagt er den Satz, den man wohl für immer mit dem Rannenberger verbinden wird: „Nach wie vor kann uns die gesamte Haushaltssituation nicht gefallen.“ Denn auch die Folgejahre würden keine wesentliche Verbesserung verheißen, aber dennoch habe die WGA dem Haushalt 2016 zugestimmt. Wente also tritt nicht wieder an, irgendwann muss es auch mal gut sein, aber so ganz aus der Verantwortung will ihn die WGA auch nicht lassen und wählt ihn später zum Kassenprüfer. „Da komm‘ ich wohl zurecht damit“, sagt er, und Held ordnet den Posten für Wente ein: „Damit gehörst du zum Vorstand.“

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