weather-image
23°
Trotz Ratsbeschluss: Einzelhändler wollen weiter für die Öffnung der Innenstadt kämpfen

Kampf gegen Windmühlen?

Bad Münder.  Eigentlich sollte mit dem Ratsbeschluss im Oktober die Diskussion um die Öffnung der Innenstadt für Autos endgültig beendet werden.  Viele Einzelhändler fühlen sich nun von der Politik – und Bürgermeister Hartmut Büttner – im Stich gelassen.

verkehr

Autor:

von Jennifer Schüller

Bad Münder. Das letzte Wort ist wohl doch noch nicht gesprochen. Eigentlich sollte mit dem Ratsbeschluss im Oktober die Diskussion um die Öffnung der Innenstadt für Autos endgültig beendet werden. Bei nur einer Enthaltung hatte sich das Gremium dafür ausgesprochen, „weitere Versuche, die zum Ziel haben die Fußgängerzone in der Marktstraße wieder für den motorisierten Verkehr zu öffnen“ zu unterbinden, wie es in dem Beschlussvorschlag der Grünen heißt. Viele Einzelhändler fühlen sich nun von der Politik – und Bürgermeister Hartmut Büttner – im Stich gelassen.

Seit mehreren Jahren schwelt schon der Konflikt zwischen Kaufleuten und Stadt. „Ich verstehe nicht, warum hier nichts für uns getan wird“, beklagt Khord El-Anwar, der gemeinsam mit seiner Frau den Bioladen „Senfkorn“ an der Marktstraße betreibt. Gemeinsam mit Kollegen wollen sie sich weiter dafür einsetzen, dass die Marktstraße befahren werden darf. „Ich hätte mir gewünscht, dass sich der Bürgermeister mehr für unsere Interessen einsetzt“, sagt auch Karin El-Anwar. Die vielen Leerstände würden schließlich Bände sprechen. Es müsse endlich ein Konzept für die Belebung der Innenstadt her. Und dabei spiele auch die Parksituation eine wichtige Rolle.

Derweil lässt das eigentlich für Ende 2015 geplante Parkraumkonzept weiter auf sich warten. „Im Frühjahr gehen wir in die Beratung“, so lautet Büttner zufolge der neue Zeitplan. Darin berücksichtigt sind auch die etwa 25 Stellflächen, die in den nächsten Monaten an der Wermuthstraße entstehen. Die Stadt ist in Gesprächen mit der Volksbank. Die Bauarbeiten sollen Ende Juni angeschlossen sein – und damit zu einer Entschärfung der Parkplatzsituation führen.

Für die direkt an der Markt- und Echternstraße gelegenen Einzelhändler wohl wenig tröstlich. „Unsere Kunden möchten möglichst dicht an unser Geschäft heranfahren“, sagt Karin El-Anwar. Die Gründe dafür seien vielfältig. Zeitmangel sei dabei nur ein Aspekt. Vor allem die etwas älteren Kunden beklagten regelmäßig, dass es ihnen schwer falle, den Einkauf weite Strecken zu tragen. Außerdem sei die Anlieferung problematisch, was für Interessenten an Geschäften rasch ein Ausschlusskriterium sein könne.

„Letztendlich ist die Öffnung der Fußgängerzone für den Verkehr für uns überlebenswichtig“, ist sich El-Anwar sicher. Denn bleibe die Kundschaft aus, fehle das Geld in der Kasse und somit früher oder später die Grundlage für das Geschäft. „Bei so viel Leerstand muss die Politik handeln und umdenken“, sagt sie – und steht mit ihrer Meinung nicht alleine da: Auch Peter Jakob, Juwelier, Uhrmachermeister und Sprecher der Händler-Gemeinschaft „Einkaufen in Bad Münder“ ist sich sicher, dass offene Innenstädte stärker frequentiert würden, wenn es Parkmöglichkeiten, wie sie die Händler für Bad Münder fordern, gebe. „Das Kaufverhalten hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Das momentane Modell passt nicht in die heutige Zeit“, so Jakob. Darauf müsse die Politik reagieren. Gerade in den kleinen Städten wie Bad Münder erwarteten viel Menschen, dass es möglich ist, direkt vor den Geschäften zu parken. Die Mittelzentren und Oberzentren Hameln und Hannover seien ohnehin schon eine Konkurrenz.

Khord El-Anwar hofft nun, dass sich Politiker und Händler noch einmal an einem runden Tisch setzen können: „Es soll nicht so bleiben, wie es ist.“ Wenig Hoffnung auf Realisierung dieses Wunsches macht allerdings Bürgermeister Büttner. Er verweist auf den Ratsbeschluss, den er auch „persönlich richtig findet“.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt