weather-image
Was hilft gegen Stechmücken und wovon sollte man besser die Finger lassen?

Kampf gegen Blutsauger

Eigentlich könnte der Sommer so schön sein: Es ist draußen lange hell und warm, man sitzt abends mit Freunden und Familie auf der Terrasse, grillt und unterhält sich. Bis da auf einmal dieses Summen auftaucht und der Erste in der Runde aufstöhnt und beginnt, sich am Arm zu kratzen. Mückenalarm – auch dieses Jahr!

270_008_6524086_rue_Muecke2n_0908.jpg

Autor:

VOn lennart hecht

Dass dieses Jahr von einer Mückenplage gesprochen wird, mag aufgrund der Hochwasser im Juni durchaus seine Berechtigung haben. Selten zuvor boten sich für das Insekt so viele Möglichkeiten, zu brüten. Sogar aus vor Jahren gelegten Eiern schlüpften in den Überschwemmungsgebieten Mücken. Während im Gebiet um die Flüsse inzwischen Hubschrauber das Insektizid BTI verstreuen, welches die Mückenlarven tötet, gibt es auch für jeden Einzelnen die Möglichkeit, sich vor Mückenstichen zu schützen.

Mückenentstehung eindämmen: Die Mückenweibchen legen ihre Eier bevorzugt in stehenden Gewässern ab, die sich in jedem Garten finden lassen. Regentonne, Topfuntersetzer und Vogeltränke sind nur drei Beispiele. Wer diese Behältnisse regelmäßig leert, sie richtig abdeckt oder mit BTI-Präparat versetzt, das man beispielsweise in Garten- und Baumärkten bekommt, kann früh dafür sorgen, dass weniger Mücken auf dem eigenen Grundstück heimisch werden.

Vor dem Stich – die Abwehr: Um die Blutsauger erst gar nicht anzulocken, hilft das Eincremen mit chemischen Mitteln aus Apotheke und Supermarkt. Doch auch Pflanzen schützen vor dem stechenden Insekt. Haut, die mit zerriebenen Pfefferminz- oder Eukalyptusblättern überstrichen ist, sorgt dafür, dass das Tier sich nicht nähert. Ebenso halten die bloßen Ausdünstungen von Pflanzen wie Wallnussbaum, Tomatenpflanze, Duftgeranie und Basilikum Mücken weitestgehend fern.

Auch mit der Kleidungswahl kann dafür gesorgt werden, dass weniger der Insekten aufmerksam werden. Dunkle Kleidung ist dafür deutlich besser geeignet als helle, mit Socken lässt sich außerdem verhindern, dass die Mücke an der Stelle sticht, wo sie es am liebsten tut: ins Fußgelenk.

Nach dem Stich – die Pflege: Wer trotz aller Abwehrtricks gestochen wird, kann Möglichkeiten zur Linderung des Juckreizes im Garten finden. Der Saft aus Gänseblümchen, Zitronenmelisse und Spitzwegerich ist besonders schonend auf der Schwellung.

Eine weitere Möglichkeit ist der Stichheiler „Bite Away“, den es in der Apotheke zu kaufen gibt. Er erhitzt die betroffene Stelle für wenige Sekunden auf 50 Grad Celsius und zerstört so die Stoffe in und unter der Haut, die für den Juckreiz verantwortlich sind.

Finger weg: Im Kampf gegen Mücken gibt es Jahr für Jahr auch technische Neuerungen, meist weit davon entfernt, eine wirkliche Innovation darzustellen. Der sogenannte Biozid-Verdampfer, der an die Steckdose angeschlossen ein Insektengift an die Raumluft abgibt, soll bei der Bekämpfung von Mücken im Haus helfen. In der Realität schadet er aber nicht nur Insekt, sondern auch dem Menschen selbst: Das Gerät kann Kopfschmerzen, Schwindel und Taubheitsgefühl hervorrufen. Ebenso erübrigt sich die Anschaffung einer elektrischen Insektenfalle. Mücken werden nicht so sehr vom Licht angezogen, wie man es etwa von Motten oder Fliegen kennt.

Ein weiteres Mittel zur Mückenabwehr, von dem man besser die Finger lassen sollte, sind ätherische Öle. Zitrus- oder Zedernholzdämpfe verscheuchen zwar das unbeliebte Insekt, können aber gleichzeitig zu einer Reizung der menschlichen Schleimhäute führen.

Was Mücken stört, ist oft auch für uns Menschen schädlich.

Märchen vom „süßen Blut“: Wird eine Person häufiger gestochen als eine andere, so ist schnell die Rede vom „süßen Blut“, auf das die Mücken es abgesehen hätten. Diese Prioritätensetzung wurde bereits mehrfach widerlegt, so ganz aus den Köpfen verschwindet sie trotzdem nicht. Inzwischen weiß man aber, dass die weiblichen Tiere, die als Einzige wirklich stechen, stattdessen von den Milch- und Fettsäuren im Schweiß angelockt werden. Dagegen kann man mit der Einnahme von Vitamin B1-, B2- und B6-Tabletten vorgehen, sie ändern den Geruch unseres Schweißes.

Aus dem Tierreich: Nicht nur auf uns Menschen fliegt die Mücke, auch Tieren macht sie es mitunter ganz schön zu schaffen. Etwa bei Pferden setzt sich die Mücke zusammen mit Fliegen und Bremsen ans Auge des Tieres, dorthin wo das Opfer kaum Möglichkeiten hat, sie zu verscheuchen.

Laut einer Meldung des Bundes Deutscher Tierfreunde gehen die Züchter nun kreativ dagegen vor. Mit der „Zebrastreifen-Methode“ wollen sie dafür sorgen, dass sich weniger Insekten auf Pferden niederlassen. Dazu wird das Tier mit Fingerfarbe oder einem Kohle-Wasser-Gemisch mit Streifen, ähnlich denen eines Zebras, bemalt. Die Plagegeister lassen das bemalte Tier, im Gegensatz zu anderen Pferden, weitestgehend in Ruhe.

Trotzdem sollten sie sich nun im Sommer nicht täglich schwarz-weiß gestreift kleiden. Effektiver ist es wohl, ein paar Tipps zu befolgen.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt