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Kamerunschaf hat eine neue Heimat gefunden

HACHMÜHLEN. Allemal ungewöhnlich, aber irgendwie auch anrührend: unter einem Vordach auf dem Hof des Autohauses Graver weist ein Schild auf einen vorübergehenden Gast hin: Das Kamerunschaf Marlin lebt dort seit ein paar Wochen.

Fürsorglicher Vater: Andreas Graver füttert das Schaaf Marlin mit Milch. Foto: Honig

Autor

Gerhard Honig Reporter

Das Lamm ist beileibe nicht eingesperrt, es hat vielmehr Zugang zum gesamten Firmengelände – sofern Andreas Graver vom gleichnamigen Autohaus Zeit für den Vierbeiner hat. Besonders wohlt fühlt es sich offenbar in den Bürogebäuden, wo es ausgiebig in den Papierkörben herumkramen darf und auch gelegentlich versucht, ein Blatt Papier zu knabbern.

Im übrigen folgt das Lamm seinem Ziehvater Graver auf Schritt und Tritt, fast wie ein Hund. Diese Anhänglichkeit nutzt der wiederum, um das Tier gelegentlich auch auf die grüne Wiese zu führen, wo leckeres Futter wächst. Zweimal täglich allerdings gibt es derzeit noch die Nuckelflasche, mit je einem halben Liter Lämmermilch, die aus warmem Wasser und einem speziellen Milchpulver besteht. Lämmerkraft-Pellets gibt es zusätzlich noch, erklärt Graver.

Anscheinend wächst das Tier sehr gut dabei, denn seit seiner Geburt am 11. Juni ist es mittlerweile doppelt so groß geworden. 47 Zentimeter Rückenhöhe mist Marlin inzwischen.

Wie kam es zu dieser Odyssee des Kamerunbockes: Gravers Betriebsnachbar Jens Lehmeier, mit dem er nach eigener Aussage ein freundschaftliches Verhältnis pflegt, musste seinen gebuchten USA-Urlaub antreten, ihm stand allerdings kurz zuvor noch eine Geburt bei einem seiner Mutterschafe ins Haus. Was damals niemand ahnte: Von den Zwillingen, die zur Welt kamen, wurde Marlin schon kurz nach der Geburt von seiner Mutter verstoßen. Er wurde bei jedem Versuch, am lebenswichtigen Euter zu trinken, abgeschlagen. Aus bisher unerklärlichen Gründen. Um das Tier zu retten, übernahm Graver die Rolle der Amme mit der Nuckelflasche. Marlin lebte sich gut ein und Graver wurde damit zum Lebensretter. Allerdings dauert das Gastspiel nur noch zwei Wochen, denn dann wird Marlin, wohl stark genug sein, um in die Herde der übrigen Kamerunschafe reintegriert werden zu können.



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