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Jahresversammlung des Heimatbundes Niedersachsen in Bad Münder / Baumpflanzung auf Friedhof

Kaiserliche Hoheit über Werte und Tugenden

Bad Münder (hzs). Begleitet vom Münderaner Barock-Ensemble der Familie Simko leiteten die rund 120 nach Bad Münder angereisten Mitglieder des Heimatbundes Niedersachsen ihre 108. Jahresversammlung mit einem kraftvollen „Der Mai ist gekommen“ ein. „Wir müssen mehr Druck machen bei der heimatkundlichen und landesgeschichtlichen Arbeit“, so der Heimatbund-Landesvorsitzende Heinz-Siegfried Strelow zu den durchweg betagteren Verbandsmitgliedern im Martin-Schmidt-Konzertsaal.

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Die Palette der Kernthemen der Verbandsarbeit sei vielfältig. Die Pflege der plattdeutschen Sprache haben sich die landesweit rund 6000 Mitglieder ebenso auf ihre Fahnen geschrieben wie Traditions- und Brauchtumspflege, Museumsarbeit, aber auch Umwelt- und Naturschutz.

Dass sich diese Aspekte in Bad Münder in besonderem Maß beispielhaft bündeln, konnte der erst unlängst mit der Niedersächsischen Verdienstmedaille ausgezeichnete Ortsverbandsvorsitzende und Museumsleiter Michael Meier seinen Gästen eindrucksvoll vorführen. Gleich ob Süntelbuchen-Reservat, das Handwerkerhaus in der Kellerstraße, das Museum auf dem Wettbergschen Adelshof, Stadtführungen oder die weithin bekannte und geschätzte Publikation „Der Söltjer“ – die heimatkundliche Arbeit vor Ort beeindruckte die Heimatbund-Mitglieder sehr.

Mit dem auf Empfehlung des Prinzen Heinrich von Hannover nach Bad Münder gekommenen Gastredners Dr. Prinz Asfa-Wossen Asserate, einer leibhaftigen kaiserlichen Hoheit, Nachkomme des abessinischen Kaisers Haile Selassie, erlebten die Teilnehmer der Mitgliederversammlung einen Redner, der sich mit dem Thema „Werte und Tugenden im 21. Jahrhundert“ beschäftigte. Der in Göttingen lebende Prinz beklagte einen vermeintlich allgemeinen Werteverfall und – schlimmer noch – den der guten Manieren. Er erinnerte an die vom Freiherr von Knigge herausgegebenen Schriften und mahnte bei lebhafter Zustimmung des Auditoriums „mehr Wertebewusstsein“ an. Europäische Werte wie Geschichte, Tradition, Glaube und Moral seien aus europäischer Perspektive zwar „Werte im Abschwung“, aus außereuropäischer Sicht jedoch „eine sehr erstrebenswerte strahlende Oberfläche“, so die kaiserliche Hoheit.

Prinz Asfa-Wossen Asserate.

Die Tugend der Pflege des Andenkens an die Ahnen erwies sich in Bad Münder jedoch bei der Pflanzung einer spitzblättrigen Buche als eher wenig beachtet. Der altehrwürdige Laurentius-Friedhof zeigte sich den Gästen in einem durchaus beklagenswerten Zustand. Abgeholzte und verrottende Baumstümpfe sowie bis zur Unkenntlichkeit überwucherte Gräber einst hoch geachteter Wohltäter der Stadt hinterließen kein gutes Bild.

Dennoch wurde die Enthüllung eines Gedenksteins von der Versammlung ebenso reich beklatscht wie Strelows und Meiers erfolgreiche Bemühungen bei der Baumpflanzung. „Das ist die Mündersche Wicklung, die hält“, entgegnete Michael Meier hilfreichen Zurufen einiger Damen beim Anbinden des jungen Baumes.

„Die Altersstruktur sehen wir mit Gelassenheit“, so Strelow abschließend. Der Zustrom interessierter, wenngleich durchweg älterer Heimatkundler halte an. Dass die ihr Motto „Jümmer vorwarts“ im Herzen tragen, dass wurde spätestens beim gemeinsamen „Kein schöner Land in dieser Zeit“ in der Rohmelbadgaststätte überdeutlich.

Der Vorsitzende des Heimatbundes Niedersachsen, Heinz-Siegfried Strelow, und der mündersche Ortsverbandsvorsitzende Michael Meier pflanzen auf dem Laurentius-Friedhof unter dem Beifall der anwesenden Heimatbund-Mitglieder einen Baum.

Fotos: hzs



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